Forum-Hauptseite | 2016 Beiträge, 528 Benutzer,
352 Termine | Statistik
| FAQ
Wählen Sie aus diesen Kategorien:
| Forum: Newsletter Vauban,
moderiert von: ande, jola, bobby, Fabian Sprenger, eRichLutz, wagnerha |
| |
Hier werden die Beiträge des Newsletter Vauban und andere aktuelle Meldungen des Forum Vauban oder Stadtteilzentrum e.V. archiviert.
Sie können den Newsletter auf dieser Seite abonnieren, wenn Sie am Forumsystem registriert und angemeldet sind. |
|
| |
|
|
| |
In dieses Forum können nur Moderatoren und Administratoren schreiben. |
|
|
|
|
| Absender |
Thema: DIVA: Akt I, Szene 1: |
ande Administrator 30.01.2004 |
1. Akt: Auftritt DIVA!
Das Publikum hat auf den Sesseln Platz genommen, der Saal verdunkelt sich. Gespannte Stille.
Die DIVA betritt, nach langer Vorbereitung nun heute die Bühne und räuspert sich vor ihrem großen Auftritt:
Am Mittwoch den 26.11.2003 hat die DIVA GmbH & Co. KG (von DIenstleistungen, Kunst und Handwerk VAuban) den Kaufvertrag für das ehemalige Kasernengebäude Haus 050 auf dem Vaubangelände unterzeichnet.
Das Gebäude bietet günstige Räume für kleinere und mittlere Gewerbe und Büros:
Durch den Erhalt der gut erhaltenen Bausubstanz sind günstige Mieten von 5,00 - 7,50 EUR pro Quadratmeter möglich, in einer Zeit der wirtschaftlichen Schwäche besonders wichtig.
Luxuriöse Bürofläche steht in Freiburg zehntausendfach leer, bezahlbare Büroräume sind rar. Im "lebendingen Stadtteil der kurzen Wege" Vauban soll dies anders werden.
Zum Teil ist das Gebäude aus dem Jahre 1952 (mit hohen hellen Räumen) schon vermietet, es sind aber noch attraktive Räume frei (auch noch 250 Quadratmeter am Stück). Außerdem soll der Chor in Form von Kommanditisten, also Geldanlegern, noch verstärkt werden.
Dazu sei zuerst auf die Webseite verweisen:
http://www.diva-freiburg.de
Was aussieht wie ein ganz normaler Grundstückskauf, offenbart bei näherer Betrachtung darüber hinaus auch einige politische Zusammenhänge:
1. Der Gemeinderat hat sich vor langer Zeit vorschnell für den Abriß auch des Hauses 050 enstchieden. DIVA und andere Projekte wie SUSI, das Stadtteilzentrum Haus 037 und die Genossenschaft Drei5Viertel zeigen, daß es sehr wohl Sinn macht und möglich ist, viele Kasernengebäude zu erhalten.
2. Durch den vermiedenen Abriß wird auch Energieverschwendung vermieden: Ein Neubau einer ähnlich großen Nutzfläche hätte soviel Energie benötigt (durch die Herstellung der Materialien, Transport usw.), daß diese Riesen-Energiemenge frühestens nach 40 Jahren durch einen sparsameren Heizenergieverbrauch amortisiert worden wäre: Vorrang vor Neubau muß also die Wiederverwendung von guter Bausubstanz haben.
3. Durch den Vetragsabschluß spart die Stadtverwaltung laut ihrer eigenen Rechnung 550.000 EUR Abrißkosten. Anstatt DIVA an dieser Summe wenigstens zu beteiligen (da außer DIVA kein anderer Interessent das Haus erhalten will), stellte sich die Verwaltung auf stur und hätte so um ein Haar das Projekt zum Scheitern gebracht.
DIVA setzt also neue Maßstäbe für die allseits gepriesene Bürgerbeteiligung: Bürger helfen mit, das Loch zu füllen, das fragwürdige Großprojekte wie das Konzerthaus in den Stadtsäckel gerissen hat, und bringen sogar Geld mit.
4. Dadurch, daß der Gebäudewert zu Null festgelegt wurde, kann DIVA sogar einen überteuerten Grundstückspreis zahlen: Durch die buchhalterische Umwidmung von Gewerbe- zu Mischgebiet ist nämlich nicht sicher, ob die Stadt ihre Wuinschpreise überhaupt wird realisieren können. Wir bleiben gespannt!
Allein durch DIVA kann nun die Stadt durch die fragwürdige Umwidmung auf einen Streich über 600.000 EUR zusätzliche Einnahmen als bisher geplant verbuchen und gleichzeitig ein vermarktungs-perspektivisch gesehen nicht unbedingt in einer sehr attraktiven Lage (Nähe zu Bahnlinie, Hochhaus, Wiesentalstr.) befindlichen großen Fläche auf einmal vermarkten.
Die DIVA freut sich also schon in wenigen Akten auf den tosenden Applaus einer mittlerweile bankrotten Stadt, denn 60 Millionen Euro sind kein Pappenstiel:
http://www.em-tor.de/z_2002/lw-2002/lw-haushalt.html
"Der Schuldenstand pro Einwohner der größten Städte im Kammerbezirk liegt weiterhin deutlich über dem Landesdurchschnitt von 1.183 Euro. So weist Freiburg eine Verschuldung von über 1.420 Euro pro Einwohner auf. Bei den größeren Kreisstädten liegen Offenburg mit 674 Euro und Lahr mit 710 Euro über dem baden-württembergischen Durchschnitt von 561 Euro."
Andreas Delleske
(einer der Geschäftsführer der DIVA GmbH)
[Beitrag vom: 28.11.2003 10:25 geändert durch: ande am: 30.01.2004 13:27] |
|