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Absender Thema: Brief vom M.M. Lübke zum Abriß der drei Kasernengebäude
ande
Administrator
12.01.2004
Sehr geehrte Damen und Herren, verehrte MitbürgerInnen, liebe Freunde,

ich schreibe Euch (und habe dafür die Unterstützung von vielen weiteren MitbewohnerInnen des Quartiers), weil ich mit vielen der Meinung bin, daß die Besetzungsaktion von gestern und die dadurch versuchte Verhinderung des Abriß der Kasernen die Unterstützung des überwiegenden Anteils der Bevölkerung des Stadtteils Vauban hat und das auch gegenüber der Stadtverwaltung und dem Stadtratrat zum Ausdruck kommen sollte. Wenn überhaupt, werden wir ohne begleitende Aktionen zu den Besetzungen den Abriß nicht verhindern können.

Deshalb wurde das nachfolgende und als Anlage dopplte beigefügte Schreiben verfaßt, das an die Stadtverwaltung, die Fraktionen des Stadtrates und einzelne Stadträte sowie die örtliche Presse geschickt wurde.

Wenn Sie mit dem Schreiben einig gehen können, wäre es sehr wichtig, wenn sehr viele BürgerInnen des Stadtteils dieses Schreiben unterzeichnen würden, um zu untermauern, daß sie die Bemühungen, den Abriß zu verhindern, unterstützen!

Senden Sie in diesem Fall bitte entweder das Schreiben (oder nur den Satz: Ich unterstütze das Schreiben von Matthias-Martin Lübke und die darin gemachten Aussagen, das Ihnen zugegangen ist)
- entweder als EBrief (EMail) oder
- als Fax
an die nachfolgenden Adressen unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adressse.

Bitte verteilt zusätzlich diesen EBrf. weiter, und zwar, indem Ihr

-ihn mit der Weiterleitungsfunktion an Freunde und Bekannte im Quartier weitergebt, vergeßt dabei jedoch nicht, diese Leute anzurufen, damit sie ihre EBriefe auch abrufen und entsprechend aktiv werden können.

-ihn ausdruckt und weitergebt

Hier die Adressen:
cdu-fraktion(at)stadt.freiburg.de (Fax 30861), spd-fraktion(at)stadt.freiburg.de
(Fax 381507), fraktion(at)gruene-freiburg.de (Fax 75405),
fwv-fraktion(at)stadt.freiburg.de (Fax 382206), fraktion-uf-ll(at)stadt.freiburg.de
(Fax 26234), fdp-stadtraete(at)stadt.freiburg.de (Fax 201 1869),
junges-freiburg(at)stadt.freiburg.de, OB-Büro:
buergermeisteramt(at)stadt.freiburg.de (Fax 201 1097), Baubürgermeister:
DEZ_IV(at)stadt.freiburg.de (Fax 201 4099),

DIe Sache eilt, bitte werdet deshalb unverzüglich aktiv, möglichst noch heute morgen erledigen!!!

--------- Anhang -----------
Hier das Schreiben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Quartier Vauban sollen dieser Tage drei Kasernen abgerissen werden. Um das zu verhindern und um gegen die Entscheidung des Stadtrats zu protestieren, wurden am Wochenende die Kasernen von BürgerInnen des Stadtteils besetzt. Diese Besetzung hat die ausdrückliche Unterstützung der überwiegenden Mehrheit der BürgerInnen des Quartier Vauban, die den Erhalt der Kasernen und die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in immer schwierigeren Zeiten will!

Der geplante Abriss ist eine ökologische, ökonomische und soziale Unvernunft und widerspricht ursprünglichen Beschlüssen des Freiburger Stadtrats für das Quartier. Denn von Beginn an, als auf dem ehemaligen Kasernengelände Vauban ein neuer Stadtteil von der Stadt Freiburg geplant wurde, war beabsichtigt, in diesem Stadtteil auch weniger einkommensstarke BürgerInnen anzusiedeln.

Dafür gab es einen entsprechenden Beschluss des Stadtrats.

Auch die BürgerInnen, die als anerkannte offizielle BürgerInnenvertretung des künftigen Stadteils frühzeitig Mitte der neunziger Jahre den Stadtteil als sozial-ökologischen konzipierten, gemeinsam mit StadträtInnen durchsetzten und insofern die Pläne der Stadt den Erfordernissen der Zeit anpassten, legten auf eine Entwicklung Wert, die nicht nur einkommensstarken ermöglichte, sich die teuren Bauplätze im Quartier Vauban leisten zu können.

Deshalb hatte das Wort sozial im sozial-ökologischen Konzept der BürgerInnen für den Stadtteil immer einen hohen Stellenwert. SUSI hatte den Anfang gemacht, die Genova und die vielen Baugruppen im Quartier Vauban, deren Mitglieder den Traum einer eigenen Wohnung so kostengünstig realisieren konnten, setzten es fort. Hier wurde neben den ökologischen Errungenschaften Beispielhaftes geschaffen, was inzwischen weit über die Grenzen Deutschlands hinaus hohe Anerkennung findet, als zukunftsweisend eingestuft ist.

Leider beschränkte sich dieses Tätigwerden für eine soziale Ausgewogenheit im Quartier überwiegend auf Initiativen von BürgerInnen! Die Stadtverwaltung Freiburg betrachtete die ökologischen und sozialen Initiativen immer äußerst kritisch, eine Unterstützung fand nur selten und leider oft nur auf Druck von BürgerInnen statt. Ein vermeintlich ökonomischer Druck, die Schaffung sog. Sachzwänge, ließ soziale Gesichtspunkte in den Hintergrund treten! So wurde z. B. der weitere Erhalt und die sinnvolle und soziale Nutzung wertvoller Bausubstanz durch Umgestaltung von Kasernengebäuden durch die Genova, die bewiesen hatte, daß die BürgerInnen in der Lage sind, aus dem Stand heraus sehr professionell Wohnraum zu erstellen, vor Jahren abgelehnt. Mit fragwürdigen Zahlen und Aussagen wurde nun das sinnvolle Projekt der Drei5Viertel-Genossenschaft im Stadtrat gekippt.

Wir BürgerInnen des Quartier Vauban sind damit nicht einverstanden! Wir wollen eine ausgewogene Zusammensetzung der Bevölkerung des Quartiers. Dieses Ziel, grundsätzlich richtig und eines, das auch eine langfristig ökonomische Perspektive hat, darf keinen kurzfristig ökonomischen Überlegungen oder der Lobby von Bauträgern geopfert werden. Wir wollen keinen Abriß guter Bausubstanz! Wir protestieren gegen eine Politik, die über unsere Köpfe hinweg entscheidet und unseren Willen nicht zur Kenntnis nimmt! Denn wir finanzieren diese Stadtentwicklungsmaßnahme!

Wir appelieren: Nehmen Sie die Entscheidung zum Abriss der drei Kasernengebäude rechtzeitig zurück und suchen Sie mit uns bzw. der Vertretung des Quartiers (Forum Vauban) und der Genossenschaft Drei5Viertel nach einer sinnvollen, sozialverträglichen, für das Quartier und die Finanzen passenden Lösung für die Nutzung der Kasernengebäude. Es gibt sie! Wir bitten um nichts mehr als um ökologische, ökonomische und soziale Vernunft!

Matthias-Martin Lübke, Gerda-Weiler-Str. 49

Direkte Antworten bitte hier im Forum oder an p(at)mmluebke.de
[Beitrag vom: 12.01.2004 11:12 geändert durch: ande am: 12.01.2004 11:16]
ande
Administrator
12.01.2004
Ich unterstütze das Schreiben von M.M. Lübke.
 
08.02.2012, 16:21 - (0.008s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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