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Thema: Rechenbeispiel zur Verschwendung von Steuergeldern durch überhöhte Grundstückspreise |
ande Administrator 12.01.2004 |
Im Jahre 1996 bestand ein Kaufangebot für ein Grundstück mit einem alten Kasernengebäude (Haus 7) auf dem Vaubangelände in seinem nordöstlichen Zipfel bei der Studentensiedlung; Ecke Wiesental- und Merzhauser Straße.
Die Bietergemeinschaft bot damals 300 DM, das sind ungefähr 160 EUR pro Quadratmeter Grundstück. Der Gebäudewert wurde damals schon - wie bundesweit üblich - auf Null festgesetzt.
Die Stadt hatte das Angebot abgelehnt. Sie bekam also auch kein Geld.
Dieses Geld fehlt bis heute der Entwicklungsmaßnahme und muß (wie die Stadt immer behauptet) durch Kredite finanziert werden.
Der angestrebte Preis der Stadt ist vermutlich 400 EUR. Um diese Summe zu finanzieren, mußte die Stadtverwaltung in den sechs Jahren seither (bei angenommenen 5% Zins) bereits 6 x 5 = 30% von diesen 400 EUR als Zinsen bezahlen. Würde sie das Grundstück also heute endlich für 400 EUR verkauft bekommen, bekäme sie real nur noch 280 EUR. kein großer Unterschied mehr zum damaligen Gebot, der Unterschied wird in ein paar Jahren zu Null werden, wenn das Grundstück immer noch nicht (zu diesem hohen Preis!) verkauft werden kann.
Aber noch immer ist das Grundstück nicht vermarktet.
Umgekehrt nachgerechnet: Hätte sie das Geld damals schon bekommen, hätte sie es mit 5% anlegen können (und sei es nur, sie hätte außerplanmäßig durch den frühen Verkauf weniger Kredit aufnehmen müssen), wären es mit Zins und Zinseszins bereits heute 214 EUR. Viel fehlt also nicht mehr, und das damalige Angebot wäre für die Stadt ein mehr als interessanter Preis gewesen, zumal sie auch schon damals die Abrißkosten gespart hätte. Außerdem hätte man die Käufer möglicherweise noch auf einen höheren Kaufpreis verhandeln können.
Aber die Stadt beruft sich auf ihren Gutachterausschuß und es ist ihr nicht klar, daß diese "gutachterlich" festgelegten Preis der Stadt schaden können, da sie oft nichts mit real erzielbaren Preisen zu tun haben. Wir werden es noch erleben.
Warum gibt es überhaupt Gutachterausschüsse? Um überhöhte oder zu niedrige Preise und damit Risiken für die Stadtverwaltung oder die Bürger zu vermeiden. Wenn man aber ohnehin ein großes Gelände zu vermarkten hat und somit einen funktionierenden Wettbewerb von Bietern und Grundstücken, wozu dann noch Gutachter?
Legen die Gutachter einen zu niedrigen Preis fest (also niedriger als praktisch erzielbar), ist das ein Schaden für die Stadt, legt er einen zu hohen Preis fest, ebenfalls, da die Stadt die Grundstücke dann nicht vermarkten kann. Was man auf dem Vauban bereits heute beobachten kann. Rentabilitätskriterien wie wirtschaftliche Lage, Baupreise u.a. können nun mal nicht von der Stadt beeinflußt werden. Sie sind aber die Entscheidungsgrundlage für jeden Investor.
Skurrilerweise kommen die Gutachter immer auf die Preise, die sich die Stadt wünscht und kassieren für diese Nicht-Information und Nicht-Arbeit erhebliche Summen. Der Gutachterpreis von 400,00 EUR ist darüberhinaus ein runder Betrag, der nur am grünen Tisch ausgewürfelt worden sein kann und nicht aus Mittelwerten berechnet.
Es ist wohl tatsächlich so, daß die (z.B. vier) Gutachter nicht jeder einen Bericht mit einem empfohlenen Preis abgeben, zwischen denen dann gemittelt wird (wie ich es als naiver Bürger vermutet hätte), sondern sie treffen sich tatsächlich am grünen Tisch. Wozu dann mehrere Gutachterbüros?
[Beitrag vom: 12.01.2004 11:38 geändert durch: ande am: 12.01.2004 18:33] |
ande Administrator 13.01.2004 |
Wenns noch zwei Jahre geht, bis das Gelände verkauft wird, sieht die Rechnung so aus:
8 Jahre x 5 % = 40% Zinskosten sind abgeflossen = die Stadt bekommt de facto nur noch 240 EUR pro Quadratmeter.
Umgekehrt: Die Einnahmen von 160 EUR von damals hätten sich bereits auf 240 EUR summiert. Es wäre als für die Stadt in zwei Jahren exakt aufs gleiche rausgekommen, wenn sie damals günstig verkauft hätte.
Einziger Unterschied:
* Mit der Situation damals könnte wesentlich günstiger Büroraum geschaffen werden, als das auf dem Vauban jemals möglich sein wird.
* Es wäre viel weniger Geld zu Banken hin abgeflossen, und das ist das Hauptproblem. Die Banken, genauer gesagt die Geldhalter hinter den Banken verdienen im Vauban am meisten. Ohne Gegenleistung, ohne reales Risiko.
Gut, ist für die Stadtverwaltung vielleicht kein Thema. Aber warum, verdammt, gibt es dann überhaupt einen Gemeinderat und eine Stadtverwaltung? Wäre es dann nicht besser, die kommunale Verwaltung gleich an die Banken abzugeben?
[Beitrag vom: 13.01.2004 01:26 geändert durch: ande am: 13.01.2004 01:27] |
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