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Thema: Wenn die Stadt ein Autohändler wäre.... |
ande Administrator 18.01.2004 |
Kunde (betritt den Laden): Guten Tag, ich habe gehört, Sie verkaufen Autos.
Verwaltung: Ja, im Prinzip schon. Was darfs denn sein?
Kunde: Ich hätte gerne diesen gebrauchten Nissan mit Wohnwagen.
Stadtverwaltung: Der ist leider unverkäuflich.
Kunde: Warum?
Stadtverwaltung: Der Chef hat das längst so beschlossen. Gehen Sie, andere Käufer warten.
Kunde: Kann ich nochmal mit dem Chef reden?
Stadtverwaltung: Wenn Sie meinen, das bringt was?
Chef: (hebt nach einiger Zeit seinen schweren Kopf vom Schreibtisch): Also gut, wir verkaufen es Ihnen, wenn Sie uns bis um 14 Uhr einen Kontoauszug bringen und hier unterschreiben, daß Sie wegen eventueller Mängel nicht reklamieren, damit nicht nach links abbiegen, die Musik nicht zu laut anstellen, niemanden damit transportieren und uns immer sagen, wer damit gefahren ist. Aber vorher müssen wir erst ein Rennen machen.
Kunde: Warum?
Chef: (keine Antwort)
Am nächsten Tag:
Verkäufer: Gratuliere, Sie haben das Rennen gewonnen. Aber es ist jetzt schon nach 14 Uhr. Ausnahmsweise können Sie den Wagen aber heute bis 15:00 Uhr noch kaufen. Wir haben mit dem Chef geredet. Weiter können wir Ihnen nicht entgegenkommen. Batterien müssen Sie selber einbauen, außerdem fehlen die Sitze.
Kunde: Kein Problem. Wir haben versucht, den Kontoauszug zu bekommen, aber die Karte wurde eingezogen und wir haben dann kurz zur anderen Filiale fahren müssen, deswegen ist es schon nach 14 Uhr. Wir bitten vielmals um Entschuldigung.
Verkäufer: Na das macht ja nichts. Wir haben ja noch 20 Minuten Zeit. Wir wollen ja auch, das aus dem Kauf etwas wird!
Kunde: Ach ja: Der Wohnwagen ist noch voller Müll. So können wir das nicht kaufen.
Verkäufer: Dann lassen Sies halt.
Kunde: Könnten Sie nicht wenigstens einen Teil....
Verkäufer: Es ist jetzt 14:45 Uhr.
Kunde: Und das Auto ist sehr teuer. Doppelt so teuer wie den Nissan, den Sie letzte Woche verkauft haben.
Verkäufer: Wir machen die Preise nicht.
Kunde: Wer dann?
Verkäufer: Die Autohändler hier im Ort sprechen sich ab.
Kunde: Tut mir leid, so ist es mir zu teuer.
Verkäufer: Warten Sie: Wenn Sie mich jeden Sonntag auf den Schauinsland fahren, bekommen Sie 15% Nachlaß.
Kunde: Wunderbar!
Verkäufer: Es ist 14:58 Uhr. Um 15 Uhr schließen wir und danach fahren wir alle Wohnwägen zum Verschrotten.
Kunde: Könnten Sie vielleicht eine Ausnahme machen und bis 15:15 warten? Ein Kurier mit den letzten Kontoauszügen hat leider Verspätung.
Verkäufer: Sie können ja mit dem Chef reden.
Chef: Warum sollten wir? Gibts was neues?
Kunde: Wissen Sie, Sie benehmen sich merkwürdig. Nur wenn Sie das Auto uns verkaufen, brauchen Sie den Wohnwagen nicht verschrotten. Sie sparen Geld!
Verkäufer (gähnt): Wollen Sie nun oder nicht?
Kunde: Sie sparen Geld!
Verkäufer: Wir rechnen es Ihnen so hin, daß wir Geld sparen, wenn wir es verschrotten. Die Verschrottungspreise sind auf einmal gesunken.
Käufer: Können Sie uns diese Berechnung bitte mal zeigen?
Verkäufer (zum Chef): Die wollen im übrigen, daß wir das Autoradio ausbauen.
Kunde: Das stimmt nicht! Das haben wir nie gesagt.
Chef (im Halbschlaf) Dann lassen wir den Wohnwagen halt verschrotten.
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Würden Sie von diesem Verkäufer ein Auto kaufen?
[Beitrag vom: 14.01.2004 01:40 geändert durch: ande am: 18.01.2004 17:49] |
eRichLutz Großmeister ;-) 15.01.2004 |
Diese Frage zu stellen birgt durchaus Risiken. Wie allseits bekannt, reist ja ein Gauner durch die Welt und verkauft ein Computerbetriebssystem, das nicht richtig funktioniert, das was funktioniert ist geklaut, und wers benutzt, ärgert sich dumm und männlich. Vielleicht genau deshalb wird es aber von allen gekauft. Von fast allen. |
ande Administrator 19.01.2004 |
Ich habe vergessen, zu sagen, daß dieser Dialog umgeformt ist aus den Zuständen, die man uns präsentierte, als wir von der Stadt ein Grundstück mit Haus kaufen wollten.
Ich hoffe, der Text wird noch verbessert und verfeinert werden, aber nie ohne Abbild der realen Verhandlungen.
Als ich ihn las, dachte ich, so schnodderig (um es noch wohlwollend auszudrücken) war ich nur im Ostblock "bedient" worden. Auch dort wollte man keine Kunden gewinnen.
Die Bemerkung auf Kleinweich-Software trifft den Punkt: Ganz, ganz selten ist eine Regierung besser als die, die sie gewählt oder auch nur ertragen haben. Und für die, die etwas aus der Masse hervorschauen, gibt es meist einen verrückten Attentäter hinterm nächsten Busch.
Habe ich Busch gesagt?
[Beitrag vom: 17.01.2004 21:42 geändert durch: ande am: 19.01.2004 00:31] |
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