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Thema: Torf gehört nicht in Blumenerde! |
eRichLutz Großmeister ;-) 19.08.2005 |
Artikel aus Vauban actuel 2005/2
Naturschutz-Tip Nr. 1
Weil sich das Produkt so schön locker anfühlt, kaufen Gartenfreunde gerne Humussubstrate, die mit Hochmoortorf angereichert sind. Im Glauben, dem Grün in Garten und auf Balkon etwas gutes zu tun, wird die Torferde reichlich verwendet. In der Fachwelt ist dagegen schon lange bekannt, daß Torf keine bodenverbessernden Eigenschaften besitzt und die meisten Pflanzen ohne Torf sogar besser gedeihen. Die Torfteilchen in der Erde neigen dazu, sich zusammenzuklumpen und feuchte Nester zu bilden, welche von den Wurzeln gemieden werden. Eine Ausnahme sind Azaleen, die sich im Torfsubstrat wohlfühlen. Ob Azaleen, die dem Typus des Heidegartens zuzuordnen sind, im Oberrheingraben in die Landschaft passen, darüber kann man sich streiten. Liebhaber dieser Pflanzen sollten aber auf jeden Fall auf Torfersatzprodukte zurückgreifen. Denn aus der Sicht des Naturschutzes ist der Torfabbau überaus problematisch. Heute sind 95% der Hochmoore in Deutschland durch Trockenlegung und Torfabbau unwiederbringlich zerstört. Damit verschwunden sind einzigartige Pflanzengemeinschaften und wertvolle Lebensräume für eine spezielle Tierwelt. Manchmal werden die Schäden durch die Torfnutzung mit dem Argument einer späteren Wiedervernässung der Flächen schöngeredet. Der Anstau einer ausgeräumten Landschaft schafft aber noch lange kein Moor! Bis wieder ein solches entstanden ist, darüber ziehen tausende von Jahre ins Land! Aus diesen Gründen sollte jeder weitere Torfabbau unterbleiben. Hier kommt es auch auf den Verbraucher an, der Alternativprodukte im Handel verlangen sollte. Damit scheint es aber im Moment schlecht zu stehen. Auf Nachfrage in den hier umliegenden Baumärkten war keine einzige torffreie Erde zu haben. "Die Kunden fragen nach Torf", und "torffreie Erde ist unseren Kunden zu schwer", so lauteten die mehrfach gehörten Antworten. Die einzige Ausnahme bildet löblicherweise der Quartiersladen in Vauban. Hier ist im 20-Liter-Sack eine "Bio-Universalerde" aus Kompost, Kokosfaser und Bims im Angebot. Wer für die Neuanlage des Gartens am Haus einen größeren Bedarf hat, sollte sich von Baumschulen oder Großgärtnereien torffreie Humuserde auf Kompostbasis anliefern lassen. |
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