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Thema: BZ: Rasante Wende ärgert Fahrgäste |
ande Administrator 23.11.2005 |
Badische Zeitung vom Freitag, 28. Oktober 2005
Rasante Wende ärgert Fahrgäste
In der Schleife der Linie 11 am Stadtteil Vauban kippte ein Kinderwagen mit Kind um / Bei Fahrern ist vor allem Feingefühl gefragt
Von unserer Mitarbeiterin Christiane Krause-Braun
FREIBURG. Beschwerden über ruppiges Fahrverhalten von Bus- und Bahnfahrern tauchen immer wieder auf. Die Freiburger Verkehrs-AG (VAG) wendet jedoch mehrere Methoden an, um Raserei und Kurvenschneiden auf Einzelfälle zu beschränken.
Es ist sicherlich nicht alltäglich, was Marion Hohnerkamp über eine Fahrt im Bus Nummer 11 am vergangenen Montag berichtet: Derart rasant kurvte der Busfahrer durch die Wendeschleife an der Haltestelle Innsbrucker Straße (am Rande des Stadtteils Vauban), dass der in der Mitte des Fahrzeugs geparkte Kinderwagen umkippte, ihre fünf Monate alte Tochter gegen die Tür prallte und nasenblutend in lautes Gebrüll ausbrach. „Der Fahrer hat nur kurz in den Rückspiegel geguckt und ist weitergefahren“, beschwert sich Hohnerkamp. „Ich weiß nicht, was die Raserei bringen soll.“
Andreas Hildebrandt, Pressesprecher der Freiburger Verkehrs AG (VAG), sagt deutlich: „Sowas darf nicht passieren.“ Bei insgesamt 320 Fahrern könne man Derartiges jedoch – „leider Gottes“ – nicht ausschließen. Spezielle Geschwindigkeitsbeschränkungen für besonders brisante Kurven im Freiburger Busnetz gebe es nicht. „Unsere Fahrer werden grundsätzlich geschult, umsichtig zu fahren.“ Bei den Straßenbahnen hingegen gibt es für bestimmte heikle Punkte Tempolimits. Der Pressesprecher nennt als Beispiel die Wendeschleife Bissierstraße: „Zum einen für den Fahrkomfort der Fahrgäste, zum anderen, damit die Straßenbahn die Kurve sauber nimmt.“ Für die Fußgängerzone gelte ein Maximum von 25 Stundenkilometern. Für (möglichst genaue) Hinweise zu Vorfällen rücksichtslosen Fahrverhaltens sei die VAG grundsätzlich dankbar – um den betreffenden Fahrer zu identifizieren, mit ihm zu reden und ihn, wenn nötig, nachzuschulen.
Ausfindig gemacht würden ungehobelte Fahrer, so Hildebrandt, auch durch Personal der VAG, welches sich regelmäßig unangekündigt und als „normaler“ Fahrgast getarnt in Busse und Bahnen setzt. Und schließlich treffen sich die Fahrzeugführer regelmäßig mit den Vorgesetzten ihrer Fahrdienstgruppe, wo unter anderem auch knifflige Kurven und Strecken zum Thema werden.
Eine ältere St. Georgenerin, die in der Schneeburgstraße wohnt, vertraut zumindest den Busfahrern der Linie 11 nicht mehr: „Ich gehe immer freiwillig zu Fuß drei Stationen weiter, um nicht durch die Kurve an der Haltestelle Innsbruckerstraße fahren zu müssen“, sagt sie. Mehrfach sei ihr nämlich an dieser Stelle „ganz schwummerig“ geworden. „Es gibt sicher Leute, denen diese Kurve nichts macht – mir schon.“ Ihr Vorschlag an die VAG: nur noch jeden zweiten Bus durch die Schlaufe schicken. Laut Pressesprecher Hildebrandt wird diese Möglichkeit bei der VAG nicht diskutiert – schon mit Rücksicht auf die Bewohner des Stadtteils Vauban, für die die Haltestelle Innsbrucker Straße eine direkte Verbindung unter anderem in die Innenstadt bietet.
Beim BZ-Test verlief die Fahrt durch die Innsbrucker-Straße-Schlaufe flott, aber unspektakulär. Der zweite beobachtete 11er-Bus bog ruhig-routiniert, der dritte betont vorsichtig um die Kurve. Beim vierten schließlich wurde es dann doch schnittig – zu Fall kam jedoch auch bei diesem Tempo niemand.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de |
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