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Thema: BZ: Mehr Öko geht eigentlich nicht |
ande Administrator 23.11.2005 |
Badische Zeitung vom Montag, 24. Oktober 2005
Mehr Öko geht eigentlich nicht
Tag der offenen Tür im Öko-Institut und Solarschiff an der Merzhauser Straße / Auch die Nutzer passen zum Konzept
Von unserer Mitarbeiterin Stephanie Streif
Gesehen hat es jeder schon – das von Architekt Rolf Disch erbaute Sonnenschiff in der Merzhauser Straße. Allerdings nur von außen. Die wenigsten wissen, wie es drinnen aussieht. Am Samstag hatte das seit Sommer dieses Jahres im Sonnenschiff beheimatete Öko-Institut Tag der offenen Tür. Über 300 Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um sich endlich auch mal in und auf dem Öko-Gebäude umzutun.
Das Sonnenschiff ist nicht jedermanns Geschmack – zumindest von außen: Zu gewaltig. Manchen auch zu bunt, zu legomäßig. „Schön fand ich es nie“, sagt Erika Sewing. Sie kenne das Sonnenschiff halt vom Vorbeifahren, jetzt wolle sie es sich endlich auch mal von innen ansehen. Sie ist überrascht: „Alles so schön hell, so durchlässig. Außerdem kann man richtig gute Luft atmen. Hier ist es nicht stickig wie in vielen anderen Büros.“
Mehr Öko geht nicht: So wird unter anderem im Sonnenschiff mit Sonne und nicht mit Öl geheizt, die Böden wurden mit Kautschuk statt mit PVC ausgelegt. Selbst die Mieter im Sonnenschiff sind öko. Der Bio-Supermarkt Alnatura im Erdgeschoss etwa. „Dass es den gibt, finde ich richtig gut“, sagt Birgit Roth. Sie wohnt in Merzhausen und fährt mindestens zweimal pro Tag am Sonnenschiff vorbei. Da wird der Supermarkt ganz automatisch zum Drive-in: Anhalten, einkaufen, weiter fahren. Auch vom Vauban ist es nur ein Katzensprung hinüber ins Sonnenschiff. „Wenn ich früher was aus der Drogerie gebraucht habe, musste ich in die Innenstadt fahren“, so Friedrun Wilske-Schneider. „Heute gehe ich über die Straße zu dm.“ Geplant ist auch ein Café mit ökologischen Produkten.
Das Konzept des Architekten Dischs scheint stimmig: Nein, man hätte nicht irgendwelche Mieter hier drinnen haben wollen, gibt er bei einer Führung durch das Sonnenschiff zu. „Auf gute Nutzer haben wir größten Wert gelegt.“ Bei so viel Öko wundert es Wilske-Schneider, dass der Standort des Sonnenschiffes niemals Thema war, immerhin sei es doch von drei Mobilfunkmasten umgeben.
Die Mitarbeiter des Öko-Instituts stört das anscheinend nicht weiter. Sie freuen sich, dass sie ihre Tage nicht mehr länger im Hochhaus im Binzengrün absitzen müssen. „Unsere Büroräume dort waren total ineinander verschachtelt“, erzählt Institutsgeschäftsführer Joachim Lohse. Hier sei alles viel kommunikativer, die Türen stünden offen, man käme wieder zusammen. Kein Wunder, dass bei so viel Wohlfühlatmosphäre einige Besucher am Samstag neidisch wurden. Grünen-Stadtrat Per Klabundt jedenfalls bekam Lust: „Hier würde ich auch gerne arbeiten“, meinte er.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de |
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