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Thema: BZ: LEG läßt Familie im Vauban zwangsräumen |
ande Administrator 25.11.2005 |
Badische Zeitung vom Mittwoch, 23. November 2005
LEG lässt Familie im Vauban zwangsräumen
Kinder sollen andere Hausbewohner gefährdet haben
Von unserer Redakteurin Heike Spannagel
Die Miete hat sie immer pünktlich überwiesen. Trotzdem wird eine siebenköpfige Familie im Stadtteil Vauban heute zwangsgeräumt. Ihre Vermieterin, die Landesentwicklungsgesellschaft (LEG), hat ihr wegen „Störung des Hausfriedens“ gekündigt. Im Mai diesen Jahres hatte das Amtsgericht Freiburg diese Kündigung als rechtmäßig eingestuft. Kinder der Familie waren beim Zündeln erwischt worden. Außerdem beschwerten sich Nachbarn wegen Ruhestörungen, Beleidigungen und Verletzung der elterlichen Aufsichtspflicht.
Umzugschaos herrschte gestern bei der Familie, die seit fünf Jahren in der Vier-Zimmer-Wohnung der LEG im Vauban lebt. Erst am Montag hatte sie von der bevor stehenden Zwangsräumung erfahren. Gestern wusste die 42-jährige Mutter noch nicht einmal, wo sie heute mit ihrem Mann und den fünf drei- bis dreizehnjährigen Kindern landen würde. „Wir haben bis zuletzt gehofft, dass wir Aufschub bekommen“, sagt sie. Am schlimmsten sei die Situation für die Kinder, die aus ihrer vertrauten Umgebung gerissen würden. Eine Nachbarin hat zwei Räume organisiert, wo die Familie ihre Besitztümer vorerst lagern kann. Heute Vormittag wird der Gerichtsvollzieher mit einem Möbelwagen vor der Tür stehen. Ein Vertreter des städtischen Sozial- und Jugendamts wird die Familie begleiten. „Sie bekommt zwei Zimmer in einer Übergangswohnung“, teilte Rathaus-Sprecherin Edith Lamersdorf gestern mit. Die Stadt werde sie dann bei der Wohnungssuche unterstützen.
Auslöser für diese Zwangsräumung war ein Vorfall im Sommer vergangenen Jahres. Der damals elfjährige Sohn der Familie hatte beim Spielen auf dem Balkon ein Feuer entfacht. Ein Nachbar rief daraufhin die Feuerwehr, ein anderer löschte die Flammen. „Das hat uns veranlasst, die Notbremse zu ziehen“, sagt LEG-Sprecher Dieter Ott. Man habe die Kündigung veranlasst. Die Sicherheit der Bewohner des Hauses, in dem insgesamt 22 Parteien leben, gehe vor. So seien die Kinder der Familie in den Jahren zuvor wiederholt beim Zündeln beobachtet worden. Die LEG habe mehrmals versucht, mit den Eltern Gespräche zu führen. Diese seien aber nicht bereit gewesen, „auf ihren Nachwuchs einzuwirken“. Auch das Angebot einer Ersatzwohnung hätten sie ausgeschlagen. Ähnliches berichtet Rathaus-Sprecherin Lamersdorf. Die Familie – der Mann ist arbeitslos – habe in den vergangenen Jahren immer wieder Hilfe vom Sozial- und Jugendamt benötigt. Zuletzt sei sie von einer sozialpädagogischen Familienhelferin unterstützt worden, die ihren Dienst aber Ende Oktober wegen „fehlender Mitarbeit“ seitens der Mutter aufgegeben habe.
Die Frau selbst weist alle Vorwürfe zurück. „Wir tun, was wir können“, sagt sie. Vergeblich hätten sie sich bislang bemüht, in Freiburg eine neue Wohnung zu finden. Von Mobbing im angeblich kinderfreundlichen Vauban spricht eine Nachbarin, die versucht hat, für die Familie einzutreten.
„Schwer nachvollziehbar“ findet deren Anwalt, der Freiburger Klaus Rembold, das kompromisslose Verhalten der LEG. Sie habe die Zwangräumung durchgesetzt, obwohl die Familie auch auf juristischem Wege alles versucht habe, dies zu verhindern.
Quelle: http://www.badische-zeitung.de |
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