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Thema: Schönberg: Kein Kalk aus Naturraubbau! |
eRichLutz Großmeister ;-) 05.05.2010 |
Der Steinberg im südlichen Schönbergmassiv ist fast vollständig verschwunden. Heute gähnt dort ein riesiges Loch, in das der Ort Bollschweil zweimal hineinpassen würde. Ursache ist der Kalkabbau, den die Knauf-Marmorit GmbH dort betreibt. Das Kalkvorkommen am Steinberg ist fast erschöpft. Das Loch soll teilweise verfüllt werden, leider wird aber auch giftiger Schwermetallabraum aus dem Schwarzwälder Bergbau deponiert.
Jetzt wollen die Betreiber des Marmoritwerkes am gegenüberliegenden Urberg einen neuen Steinbruch eröffnen. Dumm nur, daß der Urberg mit seinem wertvollen, naturnahen Waldbestand als europäisches Flora- und Fauna-Habitat geschützt ist. Im Rahmen des Natura 2000 Projektes spielt das Gebiet eine wichtige Rolle im länderübergreifenden Schutzgebietsnetzwerk. Die Gemeinde Bollschweil hat den Kalkabbau auf einer 16,5 Hektar großen Fläche schon bewilligt. Die Entscheidung liegt jetzt beim Regierungspräsidium. Dort bearbeitet die Sache das Industriereferat und nicht das Naturschutzreferat. Eine Vorentscheidung?
Eigentlich darf der Schutz eines FFH-Gebietes nur dann aufgehoben werden, wenn ein erhebliches öffentliches Interesse besteht, das schwerer wiegt als das öffentliche Schutzinteresse. Das muß jedoch in diesem Fall stark bezweifelt werden, geht es hier doch um ein regional eher unbedeutendes Kalkabbaugebiet, an dem auch nur eine begrenzte Zahl von Arbeitsplätzen hängen. Bollschweil hat leider nur diese Arbeitsplätze im Blick und weiß die Bedeutung eines europäischen Schutzgebietes auf Gemeindeland überhaupt nicht richtig wertzuschätzen. In der Entwicklung eines naturverträglichen Tourismus liegen sicherlich größere Chancen als im Kalksteinbruch und in der Zerstörung wertvollen Landschaftsraumes.
Der orange-ockerfarbene Kalkstein aus Bollschweil wird u.a. im Wegebau eingesetzt, auch in Freiburg und in Vauban. Leider muß man sagen, wer dieses Produkt der Firma Knauf-Marmorit GmbH in Zukunft abnimmt und einsetzt, unterstützt indirekt damit auch die Zerstörung des FFH-Gebietes am Urberg. naturConcept als Planungsbüro für naturnahe Freiflächengestaltung wird ab sofort in Ausschreibungen kein Material aus dem Bollschweiler Steinbruch mehr einsetzen. Es wäre begrüßenswert, wenn andere Planungsbüros sich anschließen würden. Auch sollten Gemeinden und hier v.a. die Stadt Freiburg für öffentliche Ausschreibungen von Bauvorhaben den Kalk aus Bollschweil auf den roten Index setzen.
Was kann jetzt noch getan werden?
Vorschläge:
– Briefe schreiben an die Gemeinde Bollschweil, an die Firma Knauf-Marmorit GmbH und an das Regierungspräsidium Freiburg;
– die Initiative "Bürger für den Urberg e.V." unterstützen;
eRich Lutz
naturConcept
Mehr Infos zum Thema
http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/urberg-knauf-marmorit-bollschweil.html
http://www.urberg.de/ [Beitrag vom: 05.05.2010 14:33 geändert durch: eRichLutz am: 05.05.2010 14:34] |
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