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Thema: BZ: Kraftakt für neue Tramstrecken |
ande Administrator 13.02.2002 |
Badische Zeitung vom 1. September 2001:
Kraftakt für neue Tramstrecken
Gleise für künftige Verbindung ins Vauban sollen Ende 2005 liegen / Volumen bis 2010 von rund einer halben Milliarde Mark
Ein Kraftakt steht dem Rathaus und der Freiburger Verkehrs-AG (VAG) bevor. Straßenbahnprojekte mit einem Volumen von rund einer halben Milliarde Mark sind bis zum Jahr 2010 geplant – so viel wie nie zuvor. Nach der Haslacher Linie stehen zunächst die Strecken nach Kappel und Vauban an. Was danach kommt, will der Gemeinderat im Herbst klären.
Abgeschlossen sind die Pläne für das kurze Stück von der bisherigen Endhaltestelle der Linie'1 (Lassbergstraße) entlang der Höllentalbahn in Richtung Kappel. Auf den Weg gebracht ist inzwischen auch die Planung für die Vauban-Tram. Bis Ende 2005 müssen deren Gleise liegen, damit das fast 55-Millionen-Mark-Projekt aus dem zeitlich gedeckelten Entwicklungstopf Vauban mitfinanziert werden kann, der sich wiederum füllt mit den Erlösen aus den Grundstücksverkäufen im neuen Stadtteil. 85 Prozent der Kosten sollen mit Landeszuschüssen gedeckt werden, die restlichen acht Millionen Mark teilen sich Verkehrs-AG und eben das Treuhandkonto Vauban.
Das städtische Tiefbauamt hat jetzt Vorschläge für die Trasse erarbeitet. Am Kopf der Vaubanallee erhält die neue Tram ihre Endhaltestelle, verknüpft mit der künftigen Breisgau-S-Bahn-Linie Richtung Süden, die wenige Schritte davon entfernt stoppen wird. Die Stadtbahn wird auf der nördlichen Seite der Vaubanallee ins Zentrum rollen. Auf der Merzhauser Straße bekommt sie entweder in der Mitte ihr eigenes Bett oder auf der östlichen Seite, wo heute der Radweg verläuft. „Wir untersuchen noch, welche Variante leistungsfähiger ist“, erklärt Klaus Herr vom Tiefbauamt. Vorgesehen sind Haltestellen an der Kurt-Tucholsky-Straße, Merzhauser Straße, Oltmannsstraße, Lorettostraße, Basler Straße (Victoria-Gebäude).
Der Zeitplan sei „eng gesteckt“, erklärt Baubürgermeister Matthias Schmelas: Am 19. September soll sich der Bauausschuss mit dem Bebauungsplan befassen, voraussichtlich am 28. September sollen die Bürger informiert werden. 2004 könnten die Bagger anrollen. „Wir operieren mit einer sehr kurzen Bauzeit“, sagt Schmelas. „Erhebliche Probleme“ erwartet Nahverkehrsexperte Herr beim Kauf der Flächen, die für eine Tramtrasse nötig sind: „Wir greifen schon stark in private Grundstücke ein.“
Auf welche Linie die Vauban-Bahn später an der Kreuzung Basler Straße/ Merzhauser Straße einmündet, hängt auch von jenem Gutachten ab, das ebenfalls im Herbst für Diskussionen sorgen wird. Es vergleicht den Rotteckring (Linie'B) mit der Bahnhofsachse (Linie'C) als mögliche Stadtbahntrasse, die irgendwann einmal die Linie'A (über die Johanneskirche) entlasten soll. Im Oktober, so der Baubürgermeister, werden sich die Gremien des Gemeinderats mit der Studie befassen. So viel kann Schmelas jetzt schon verraten: „Vor- und Nachteile beider Varianten liegen nah beieinander.“ Und: „Die Gutachter halten eine Straßenbahn im Rotteckring für städtebaulich verträglich.“
Egal, ob Rotteckring oder Bahnhofslinie: Die Ergänzungslinie ist ein Thema fürs nächste Jahrzehnt. Zuvor sind andere Projekte geplant. Da sind jene Strecken, an deren Kosten sich der Zweckverband Regionalverkehr Freiburg (ZRF; Zusammenschluss der Stadt und der Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald) beteiligt: Verlängerung Littenweiler (Baubeginn: 2004), nach Gundelfingen (2005) und Sanierung in der Habsburger Straße (2005). Und es gibt Projekte, die die Verkehrs-AG alleine stemmen muss: Sanierung Hansjakobstraße (2003), Vauban-Tram (2004) und Linie zur Neuen Messe (2007). Schmelas beziffert das Investitionsvolumen bis 2010 auf über 450 Millionen Mark. „So ein Programm hatten wir noch nie“, sagt er. Das zeige auch, „dass wir keine Autopolitik betreiben.“
Uwe Mauch
Quelle: www.badische-zeitung.de |
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