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Absender Thema: Mit dem Kindergarten im Tinguely Museum
Carsten Sperling
Experte
26.04.2002
Die Idee, die von der Künstlerin Niki de Saint Phalle geschaffenen Nanas mit den Kindergartenkindern zu kopieren, trugen wir schon eine ganze Weile in unseren Köpfen. Was kam uns da besser gelegen, als eine Ausstellung eben jener Kunstwerke im benachbarten Basel. Schnell jedoch stellten wir fest, dass unsere Schulanfänger/Innen zur Zeit fest im "Freiburgprojekt" verankert sind, sodass es nicht sinnvoll war, auch noch dieses Thema mit ihnen zu bearbeiten. Nächste Zielgruppe waren die fünfjährigen Kinder. Überlegungen wie: "Wird der Tag mit seinen vielen Eindrücken zu anstrengend?" - "Können sich die Kinder nach der Bahnfahrt noch aufs Museum einstellen?" - "Haben sie genug Selbstkontrolle für den Fußmarsch in einer Gruppe entlang einer vielbefahrenen Straße zum Museum?" - gingen dem Ausflug voraus. Wir beschlossen, es zu wagen.
Mit einer munter plappernden Kinderschar traten wir die Reise an. Wir fuhren mit dem Bus zum Bahnhof und suchten uns dort im Doppeldeckerzug die besten Plätze - natürlich oben! Wir hatten den Bahnhof noch nicht verlassen, als schon neben dem Reisefieber der erste große Hunger sich meldete. Essen wurde ausgepackt, verglichen und geteilt und selbstverständlich die Funktion der Fensterklapptische ausgiebig geprüft. Vieles gab es draußen zu sehen und mitzuteilen und natürlich musste auch die Zugtoilette von jedem Kind mindestens einmal besucht werden.
In Basel begrüßte uns eine wärmende Frühlingssonne und im Anschluss nach dem Fußweg zum Museum gab es erst nochmal eine kleine Rast am Rheinufer. Die Kinder bewunderten die Rheinfähre und versuchten Steine übers Wasser hüpfen zu lassen.
Viel war schon erlebt, bis wir jetzt tatsächlich die Ausstellung besuchten. Selbstverständlich sparten wir die auch ausgestellten Schießbilder der Künstlerin aus und widmeten unsere ganze Aufmerksamkeit den ausgestellten Nanas und Totempfählen. Die Kinder fühlten sich von den kräftigen Farben und phantasievollen Formen sofort angesprochen. Es gab so vieles zu entdecken und zu suchen. "Ich sehe noch eine Taube, und du?" Die verschiedenen Materialien, mit denen die Künstlerin arbeitete, setzten die Kinder in Erstaunen und belustigten sie. Ständig entdeckten sie neue Alltagsgegenstände und Nippes, was ihnen alles zwar wohlbekannt war aber noch nie in dieser Verarbeitung von ihnen gesehen wurde. Bei den Totempfählen durfte endlich auch mal richtig berührt und gefühlt werden, was da alles so glitzerte und spiegelte. Neugierig setzten sich einige Kinder einer Frau zu Füßen, die einer dieser Totems abmalte und verfolgten den Entstehungsprozess des Bildes.
Schnell war die Zeit verflogen und fast noch schneller mussten wir den Rückweg zum Bahnhof antreten. Ein paar geschickte pädagogische Kniffe Frau Polinskis ließen die Kinder die Eile nicht spüren (wer will nicht zeigen, wie schnell er zur nächsten Straßenlaterne hüpfen kann?) und wir erreichten noch rechtzeitig den von uns zur Rückfahrtausgewählten Zug. Wesentlich leiser, jedoch wieder mit Essen beschäftigt, verging die Zugfahrt. Im Stadtbus gewann dann bei vielen die Müdigkeit die Oberhand. Ein erlebnisreicher, langer Tag lag hinter uns, aber wir waren uns einig, Basel ist eine Reise wert! Sehr gefreut haben wir uns, dass unsere Idee manche Eltern zu einem Familienausflug nach Basel, verbunden mit dem Besuch der Ausstellung, angeregt hat. Und nicht nur das: in einigen Elternhäusern wird nun auch gekleistert, geklebt und gemalt und
von den Nanas inspirierte Skulpturen geschaffen.

Ilona Lewin


Nun noch eine Einladung an alle Eltern:

Am Mittwoch, 15.5.2002 um 20.15 Uhr findet in unserer Kindertagesstätte ein öffentlicher Elternaben zum Thema "Erziehung im Spannungsfeld zwischen Grenzen setzen und grenzenlos" statt. Herr Linke von der städtischen Erziehungsberatungsstelle Rempartstraße wird diesen Abend gestalten.
Ebenso möchten wir Sie jetzt schon zu unserem im Rahmen des Stadtteilfestes am 22.6.02 gestalteten "Tag der offenen Tür" einladen. Wir werden eine Kunst- und Werkausstellung arrangieren, bei der einzelne Exponate zu kaufen oder zu ersteigern sind. Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

Sigrid Diebold
 
04.02.2012, 03:14 - (0.007s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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