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Absender Thema: Bebauungsplan die Vierte!
Carsten Sperling
Experte
26.04.2002
Vauban actuel 2-02

Derzeit ist die vierte Änderung des Bebauungsplans für das Quartier Vauban in der Diskussion.
Ein wesentlicher Punkt der geplanten Änderung betrifft das Gebiet zwischen Kufsteiner Str., Wiesentalstr. und Clara-Immerwahr/ Walter-Gropius-Str. nördlich des zweiten Bauabschnittes. Hier plant die Stadt, das bis jetzt festgesetzte Gewerbegebiet in Mischgebiet, und das geplante Mischgebiet in allgemeines Wohngebiet umzuwandeln. Das bedeutet, dass die Grundstückspreise erheblich ansteigen werden. Die Sammelstelle für Asyl zieht am 30.8.2002 aus. Die Vermarktung dieser Flächen soll 2003 beginnen, Baubeginn ist für Anfang 2004 anvisiert.
Das Forum Vauban lehnt in einer Stellungnahme die geplante Änderung ab. Zur Begründung führt das Forum an, dass die Stadt aus rein finanziellen Erwägungen diese Bebauungsplanänderung durchsetzen will, da die Entwicklung des neuen Stadtteils vollständig durch den Verkauf der Grundstücke finanziert werden soll. Die ökologisch modellhafte und nachhaltige Entwicklung eines Stadtteils, wie im Vauban bekanntermaßen angestrebt, ist jedoch nach Meinung des Forum Vauban nicht ohne Kosten für die Stadt zu verwirklichen. (Es gibt in der BR Deutschland auch keinen vergleichbaren Fall.) Deshalb wird die Stadt angehalten von dieser Änderung des Bebauungsplanes Abstand zu nehmen.
Der ursprüngliche Gedanke war zudem, dass Bewohner des Quartiers die Gewerbeflächen kaufen, um selbst Gewerbe und Dienstleistungen in der Nähe ihrer Wohnungen anzusiedeln und so das, im übrigen preisgekrönte, Konzept "Stadtteil der kurzen Wege" in die Tat umzusetzen. Mit der Verteuerung der Grundstücke wird diese Entwicklung wesentlich erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, der in diese Diskussion mit hineinspielt, ist der dringende Bedarf an Raum und Fläche für Jugendeinrichtungen im Quartier. Dies ist in der Stadtteilplanung viel zu wenig berücksichtigt worden (siehe den Arikel von Carl Thielcke, S. 12). Das Forum Vauban und JuKS regen an, dass die Stadt im betroffenen Gebiet schon jetzt geeignete Flächen vorsieht, sonst könne es passieren, dass sie ein finanzielles Eigentor schießt, weil sie später diese Flächen zum teureren Preis zurückkaufen muss.
Am 28. 2. 2002 veranstaltete die Stadt in der Karoline-Kaspar-Schule eine Anhörung zur geplanten Bebauungsplanänderung. Hier kamen noch weitere Themen zur Sprache.
An der zukünftigen Endhaltestelle der Straßenbahn an den Bundesbahngleisen wird nun weniger Platz für die Wendeschleife gebraucht als erwartet. Die Nutzung der frei gewordenen Fläche ist noch in der Diskussion. Im Gespräch sind eine Kindertagesstätte, Einrichtungen für Jugendliche oder eine weitere Garage.
Heftig diskutiert wurde auch die Frage der Marktplatzbebauung. Das dort geplante Gebäude soll möglicherweise von zwei auf drei Stockwerke erhöht werden. Klaus Stieber prangerte das Haus an sich als "Bausünde" an, weil der Alfred-Döblin-Platz in seiner jetzigen Größe wegen der Verkleinerung des Paul-Modersohn-Platzes noch mehr gebraucht werde. Eine Vertreterin der Baugruppe Piazza deutete an, dass bei einer Erhöhung des Hauses der Notartermin für den Erwerb ihres, am Alfred-Döblin-Platz gelegenen, Grundstückes platzen könnte.
Insgesamt ist nicht zu unterschätzen, dass die Bewohner des Quartiers mittel- und langfristig einen erheblichen wirtschaftlichen bzw. steuerlichen Gewinn für die Stadt bringen. Zudem haben sie mit den Erschließungs- und Entwicklungskostenbeiträgen die Entwicklungsmaßnahme im Wesentlichen selbst finanziert.
Vor dem Hintergrund dieser Sachverhalte fordert das Forum Vauban von der Stadt eine finanzpolitsche Kurskorrektur und die Einrichtung eines Budgets im Stadthaushalt für die Stadtteilentwicklung des Quartiers Vauban.

Bobby Glatz, Petra Völzing

Die gesamte Stellungnahme gibts im Internet unter www.vauban.de/forum/ im Ordner "Forum Vauban informiert".
 
07.02.2012, 12:12 - (0.007s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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