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Absender Thema: BZ: Es geht um die letzten fünf Kasernen[gebäude]
ande
Administrator
06.08.2002
Badische Zeitung vom Dienstag, 16. Juli 2002

Es geht um die letzten fünf Kasernen

Initiative aus dem Quartier Vauban will die ehemaligen Mannschaftsgebäude erhalten / Nutzungsvorschläge liegen bereits vor


VAUBAN. Nach der Sommerpause wird der Gemeinderat über die Zukunft der letzten fünf Kasernen auf dem Gelände abstimmen. In den ehemaligen Mannschaftsgebäuden an der Bahnlinie im Nordwesten des Viertels befindet sich noch bis Ende August die "Zentrale Bezirksstelle für Asylverfahren", danach soll laut Gemeinderatsbeschluss von 1996 abgerissen werden, um neue Bauplätze zu gewinnen.

"Das ist für einen Modellstadtteil im Zeichen der nachhaltigen und ökologischen Stadtentwicklung völlig indiskutabel", so die Architekten Glatz und Klumpp, die nun mit anderen Gruppen des Quartiers ein dickes Positionspapier an alle Gemeinderäte verschickten. Der geplante Abriss sei nicht nur wegen der intakten und soliden Bausubstanz unökologisch, sondern vernichte auch kostengünstigen Wohn- und Arbeitsraum, den das eng bebaute Viertel so dringend brauche. "Take 5ive" nennt sich die neugegründete Initiative und setzt sich mit Unterstützung des Bürgervereins Forum Vauban aktiv für den Erhalt der Häuser ein.

Eine Unterschriftensammlung der letzten Wochen ergab mit knapp 1000 Stimmen auch im Quartier ein deutliches Veto gegen den Abriss. Nun harrt man der von Oberbürgermeister Dieter Salomon angekündigten Kursänderung, hat sich dieser doch im Vorfeld der OB-Wahl deutlich für den Erhalt ausgesprochen. Auf dem Stadtteilfest übergab "Take 5ive" Baubürgermeister Schmelas ihre Vorschläge, denn für jedes der fünf Gebäude existiert bereits ein ausgearbeitetes Nutzungs- und Finanzierungskonzept.

Das Genossenschaftsprojekt "Drei 5/ 4" befindet sich in diesen Tagen in Gründung und will vergleichbar der benachbarten "Genova" auf klassisch genossenschaftlicher Basis in drei der fünf Häuser preisgünstige Mietwohnungen ermöglichen. Geplant sind 40 bis 45 barrierefreie Wohneinheiten für rund 135 Menschen. Dies würde auch der nicht erreichten sozialen Mischung im Vauban auf die Beine helfen: Bis jetzt überwiegen mit über 70 Prozent die frei finanzierten Eigenheime, die empfohlenen 50 Prozent geförderter Wohnungsbau sind noch lange nicht erreicht.

Die Wartelisten für Mietwohnungen im Viertel sind lang, die Sozialstruktur weist Lücken im Bereich der Geringverdiener auf. Der ermittelte Bedarf an Kinder- und Jugendräumen könnte in der Nordhälfte des Kasernengebäude 050 optimal gelöst werden. Viertel-Randlage und Tiefkeller fangen mögliche Lärmbelästigung auf und ermöglichten für die erwarteten 1700 Menschen unter 18 Jahren ein kostengünstiges Jugendzentrum und Räume für die geplante dritte Kindertagesstätte. Der Träger der Kinder- und Jugendarbeit Vauban - JUKS- ist engagierter Mitstreiter bei "Take 5ive".

Für die weitere Hälfte des Gebäudes 050 und für 049 legt die Rasthaus Initiative ein differenziertes Finanzierungs- und Nutzungskonzept vor. Nach Kauf der Gebäude möchte das Projekt eine Mischung aus Anlaufstelle für Asylsuchende, Tagesstätte, "Back- Packer- Hotel" und Seminarräume in vermietete Büros und Arztpraxen einbinden. Die Initiative sieht hier deutlichen Handlungsbedarf zu einer humaneren Flüchtlingspolitik im Sinne des Leitmotivs "Freiburg - offene Stadt". "Wir hoffen im Sinne der so genannten ,Lernenden Planung' auf eine politische Kursänderung", so Ute Heisner, Diplom-Forstwirtin und Mitinitiatorin.

Grüne fordern eine "wohlwollende Prüfung"

Die Fraktion der Grünen hat bereits an OB Dieter Salomon geschrieben und um "eine wohlwollende Prüfung" der Vorschläge gebeten. Die gebündelten Nutzungsideen sollen nach Aufbereitung durch die Verwaltung baldmöglichst im Rahmen einer Sondersitzung der gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Vauban behandelt werden.

Die Grünen weisen daraufhin, dass sich seit dem generellen Abrissbeschluss Mitte der 90er-Jahre wesentliche Rahmenbedingungen geändert hätten. So seien unter anderem die Fördermittel für den sozialen Mietwohnungsbau eingeschränkt worden. Gleichzeitig gebe es Anzeichen einer Wohnungsnot im Segment preisgünstiger Mietwohnungen. Auch für Einrichtungen zur Kinderbetreuung sowie für die offene Kinder- und Jugendarbeit fehle es an Raum.

Marion Klötzer
Kontakt per E-Mail: haus37@vauban.de , [TEL] 0761/407660

Quelle: http://www.badische-zeitung.de
 
07.02.2012, 11:50 - (0.007s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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