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Absender Thema: BZ: Zwist um Unterstützung von Sprachkursen für Flüchtlinge
ande
Administrator
25.08.2002
Badische Zeitung vom Donnerstag, 22. August 2002

Initiative "Rasthaus" kritisiert städtische Entscheidung und fühlt sich ausgegrenzt / Stadt: "Keine flächendeckende Unterstützung möglich"

Den Anstoß gaben 5113 Euro: Diese Summe wurde aus dem Nachtragshaushalt zur Förderung von Sprachkursen für Flüchtlinge bereitgestellt. Die Initiative "Rasthaus" wirft dem Sozial- und Jugendamt nun vor, dass sie bei der Ver- teilung der Gelder ausgegrenzt worden sei.

Beim Sozial-und Jugendamt fiel die Entscheidung im Juni: Das Geld aus dem Nachtragshaushalt ging an das Deutsche Rote Kreuz (DRK), dessen Sozialdienst die Bewohnerinnen und Bewohner der Flüchtlingsunterkunft in der Bissierstraße betreut. Dort werden mit der Summe jetzt drei Kurse finanziert, von denen sich zwei an Frauen und einer an Männer richten, sagt Thomas Kautzmann vom Sozial-und Jugendamt. Jeder Kurs finde zweimal wöchentlich statt und erstrecke sich über 30 Wochen.

Bereits seit Anfang des Jahres bietet die Initiative "Rasthaus" Deutschunterricht an: Seitdem können Flüchtlinge drei verschiedene Kurse im "Mini-Rasthaus" auf dem Grether-Gelände besuchen. Jeder Kurs finde dreimal wöchentlich statt, nach den Ferien soll noch ein Alphabetisierungskurs dazu kommen, sagt Marita Reichart von "Rasthaus".

Die Resonanz sei mit durchschnittlich zehn Leuten pro Kurs gut. Die zehn Lehrerinnen und Lehrer arbeiten ehrenamtlich, auch Unterrichtsmaterialien würden kostenlos zur Verfügung gestellt. Nicht nur wegen der Kopierkosten wäre aber finanzielle Unterstützung sehr wichtig. Denn einige Teilnehmer kämen aus Emmendingen und der Umgebung: "Die können sich als Asylbewerber mit einem Taschengeld von 40 Euro im Monat kaum die Regio-Karte leisten - da möchten wir helfen."

In einem "offenen Brief" kritisieren die "Rasthaus"-Aktivisten, dass sich die städtischen Verantwortlichen vor der Entscheidung nicht mal über das Konzept der Kurse informiert hätten.

Als einzige Reaktion sei die Absage gekommen: "Und die Kriterien, nach denen entschieden wurde, wurden nicht offen gelegt," bemängelt Reichart. Das sei besonders problematisch, weil die "Rasthaus"-Thematik dadurch "ein weiteres Mal ausgegrenzt" werde - obwohl sich die Stadt aber andererseits gelegentlich in der Öffentlichkeit auf die Arbeit der Initiative berufe. In einem Antwortbrief erklärt das Sozial-und Jugendamt, man habe die Entscheidung aufgrund des "ausgereiften Konzepts" des DRK gefällt. Weil dessen Sozialdienst gleichzeitig die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft in der Bissierstraße betreue, würden dadurch "Synergieeffekte" erwartet.

Mit einer Ausgrenzung der "Rasthaus"-Thematik habe die Entscheidung jedoch nichts zu tun. Hintergrund ist, dass im September im Gemeinderat über die Nutzung der fünf Kasernengebäude auf dem Vauban-Gelände entschieden werden soll. Dort möchte "Rasthaus" eine Anlaufstelle für Flüchtlinge einrichten. Bei "Rasthaus" gibt man sich mit der städtischen Antwort indes nicht zufrieden: "Wir haben die Kriterien für die Entscheidung über die Förderung immer noch nicht erfahren", kritisiert Reichart. Für Kautzmann liegt das Problem darin, dass mit der bereitgestellten Summe keine flächendeckende Förderung von Sprachkursen möglich sei. Diese Summe unter den Bewerbern aufzuteilen, wie es von "Rasthaus" vorgeschlagen wurde, würde seiner Meinung nach keinem der Träger gerecht.

Im Sommer des nächsten Jahres werde neu über die städtische Förderung entschieden - vielleicht stehe dann mehr Geld zur Verfügung. Insbesondere dann, wenn es tatsächlich zu einem "Rasthaus" auf dem Vauban käme: "Denn dann muss es schließlich auch gefördert werden.

Quelle: http://www.badische-zeitung.de
 
07.02.2012, 11:45 - (0.006s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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