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Thema: BZ: Architektur-Studenten geben Kasernen eine Chance |
ande Administrator 25.08.2002 |
Badische Zeitung vom Dienstag, 20. August 2002
Zwischenergebnisse liegen vor: Projektteam der Universität Kassel nahm Nordbereich des Stadtteils Vauban unter die Lupe
VAUBAN. Die Initiative "Take 5ive" und das Forum Vauban, die für den Erhalt der letzten fünf Kasernen mit einer neuen Nutzung kämpfen, bekommen Unterstützung von fachlicher Seite. Architektur-Studenten der Universität Kassel haben die Kasernen untersucht und kommen zu dem vorläufigen Ergebnis, dass diese für das alternative Nutzungskonzept durchaus geeignet sind.
"Lernende Planung" heißt der Titel des Projektes, für das sieben Studenten aus Kassel im Mai nach Freiburg gekommen waren. Für ihr Studium im Bereich Architektur, Stadt- und Landschaftsplanung setzten sie sich mit den aktuellen Entwicklungen im Vauban-Quartier auseinander. Das Augenmerk lag vor allem auf dem künftigen dritten Bauabschnitt für den es unterschiedliche Vorstellungen gibt. Laut aktueller Beschlusslage ist ein Abriss der Gebäude und eine Neubebauung vorgesehen.
"Take 5ive" plant dagegen den Erhalt der Häuser. In drei der fünf Gebäude soll ein neues genossenschaftliches Projekt für kostengünstiges Bauen entstehen. Platz soll auch auch für das "Rasthaus" als Anlaufstelle für Asylsuchende sein, in Verbindung mit Tagungsstätten und kleinem Dienstleistungszentrum. Gebäude 050 schließlich wäre mit seinem Tiefkeller als Jugendzentrum geeignet - für ein solches Jugendzentrum besteht im kinderreichsten Freiburger Stadtteil dringender Bedarf.
Die Gebäude samt möglicher Nutzung haben nun die Studenten unter die Lupe genommen. Im September soll ihre Studie fertig sein. Erste Zwischenergebnisse hat Professorin Ingrid Lübke bereits übermittelt. Sie ermuntert die Stadt dazu, noch einmal über die künftige Nutzung nachzudenken: "Erst wenn städtebauliche Alternativen entwickelt sind, lassen sich auch die stadtwirtschaftlichen Konsequenzen zwischen Abriss, Teilabriss oder Erhalt qualifiziert abwägen". Die Umnutzung und der Umbau der bestehenden Kasernengebäude biete zum einen die Chance, ein weiteres Beispiel für den sorgfältigen und sparsamen Umgang mit Ressourcen im Stadtteil zu entwickeln, und habe zum anderen den Vorteil, "diverse sozialkulturelle Nutzungen und Experimente in der Verknüpfung von Wohnen und Arbeiten für niedrige Einkommensgruppen relativ kostengünstig umzusetzen".
Die Professorin hofft, die politisch und planerisch Verantwortlich von en Potentialen überzeugen zu können, die im Umbau der Kasernen und einer Nachverdichtung auf dem Nordareal liegen. Am 11. September entscheidet der Gemeinderat über die Zukunft der fünf Kasernen. Die Grünen-Fraktion hat jetzt in einem Schreiben an den OB gefordert, dass die Erkenntnisse des Studentenprojektes in die Meinungsbildung im Gemeinderat einfließen sollen.
rö
Quelle: http://www.badische-zeitung.de
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