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Thema: Brief an OB Erhalt der 5 Kasernengebäude |
ande Administrator 16.09.2002 |
Betr.: Stadtteil Vauban / Erhalt der fünf ehemaligen Mannschaftsgebäude
hier: Drucksache G 02177
Freiburg, den 12.9.2002
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon,
sehr geehrte Damen und Herren Stadträtinnen und Stadträte,
das Forum Vauban ist erfreut darüber, daß die Stadtverwaltung dem Erhalt der Mannschaftsgebäude Nr. 061, 062 und 053 prinzipiell zustimmt.
Der geplante Abriss der ebenso gut erhaltenen und für verschiedene Weiternutzungen geeigneten Gebäude 049 und 050 ist für den Bürgerverein nicht nachvollziehbar. Das Forum Vauban möchte hiermit zu bedenken geben, daß der Erhalt der Gebäude 049 und 050 auch dann ökologisch, finanziell und sozial-ökonomisch sinnvoll ist, wenn das "Rasthaus"-Projekt nicht in Gebäude 049 unterkommt und die geplante 3. KiTa und ggf. die Jugendräume nicht in Gebäude 050 eingerichtet würden.
Wir halten aber nach wie vor die 3. KiTa dort für kostengünstig machbar und inhaltlich vertretbar, soweit in Gebäude 050 - wie inzwischen vom Dezernat IV in der GRAG Vauban in Aussicht gestellt - keine Gefährdung durch Altlasten besteht. Weiterhin ist die Bewohnerschaft, der Träger der Jugendarbeit (JuKS e.V.) und das Forum Vauban der festen Überzeugung, daß die baldige Einrichtung eines Jugendzentrums dringend erforderlich ist.
Wie schon in dem vom Forum Vauban am 01.07.2002 eingereichten Konzeptions-papier dargestellt, sind die Gebäude 049 und 050 auch für andere Nutzungen, wie z.B. als Dienstleistungszentrum für junge Unternehmen und für die an nahe gelegenen Gewerberäumen interessierte Bewohnerschaft des Stadtteils bestens geeignet. So kann über eine entsprechende Vermarktungsstrategie das Konzept für einen "nachhaltigen Stadtteil der kurzen Wege" gefördert werden.
Das Gebäude 050 wurde bisher als Verwaltungsgebäude vom Bund genutzt und ist in einem sehr gepflegten Zustand. Die vorhandenen Grundrisse und Räume wären sofort als Büroräume nutzbar. Vom Zustand der Gebäude 050 und 049 und deren Eignung für verschiedene Nutzungen, konnten sich die Mitglieder der Gemeinderätlichen Arbeitsgruppe und Vertreter der Stadtverwaltung auf Einladung von Herrn Bürgermeister Dr. Schmelas gestern vor Ort persönlich ein eindruckvolles Bild machen. Inwieweit ein Jugendzentrum dort oder an anderer Stelle auf Vauban sinnvoll ist wird momentan noch zwischen StadträtInnen und Verwaltung diskutiert.
Haus 049 wäre durch seine Lage und die gegebene Grundrisstruktur genauso für die Einrichtung des Jugendzentrums oder andere Nutzungen, wie z. B. für ein in Freiburg noch fehlendes "Low-Budget"-Jugendhotel mit guter ÖPNV-Anbindung bzw. für gewerbliche oder Dienstleistungsnutzung sehr gut geeignet.
Deshalb appellieren wir an die Stadt Freiburg, diese Gebäude nicht abreissen zu lassen, sondern - falls eine Nutzung als KiTa (050) oder Rasthaus (049) nicht realisierbar wäre - die Grundstücke samt aufstehenden Gebäuden zum Kauf auszuschreiben.
Für die Entwicklungsmaßnahme würden durch die eingesparten Abrisskosten effektiv ca. 700.000,- Euro eingespart werden!
Wir sind davon überzeugt, daß sich auf diesem Wege geeignete Kaufinteressenten finden werden, während andere, schon vor Jahren durch Abbruchmaßnahmen freigemachte, großflächige Mischgebietsgrundstücke, in für Investoren wesentlich attraktiverer Lage (Ecke Merzhauser Str./Wiesentalstr., "Gesicht zur Stadt" und am Haupteingang Vaubanallee "M1" und "M2"), bis heute nicht vermarktet werden konnten. Aus der Mitte des Gemeinderates erhielt das Forum Vauban die aktuelle Drucksache G 02177 mit der Bitte um Stellungnahme zu verschiedenen Punkten.
Bei der Studie der vorliegenden Drucksache haben wir zahlreiche Abweichungen von den tatsächlichen Gegebenheiten festgestellt. Wir haben deshalb Bedenken ob es auf Grundlage dieser in maßgeblichen Bereichen nicht zutreffenden Informationen angemessen ist über die anliegenden Entscheidungen zu befinden.
Wir bitten darum die von Herrn Bürgermeister Dr. Schmelas in der GRAG Vauban angekündigte Ergänzungsvorlage zu berücksichtigen
Wir möchten einige wichtige Punkte kurz erläutern:
Zu 2.2 . Gebäude 50 / 2.2.1. Vergleich Umbaukosten/Neubaukosten für 6-gruppige Kindertageseinrichtung
- Nach unserem Kenntnisstand kostete in den Kindergartenneubauten auf Vauban ein Platz rund 28.000,- Euro (Baukosten ohne Grundstückskosten). Das ergibt bei angenommenen 21 Kindern pro Gruppe Baukosten in Höhe von ca. 588.000,- Euro und nicht wie angesetzt nur 380.000,- Euro. Der Neubau kommt demnach wesentlich teurer als hier angenommen. Die Umbaukosten wurden dem hingegen vergleichsweise extrem hoch ausgelegt. Z.B. kostete die im Jahr 2002 fertiggestellte und komfortabel ausgestattete 2-gruppige Kindertageseinrichtung mit 32 Plätzen in einem Altbau in der Langemarckstr. insgesamt ca. 174.000,- EUR (Brutto-Baukosten incl. Planung etc.). Umgelegt auf eine Gruppe mit 21 Kindern entspricht dies nur 114.000,- EUR je Gruppe bzw. ca. 5.500,- EUR je Kind und Platz! Zur Information: Die beauftragten Architekten waren Frau K. Groote und Herr C. Pagel, technischer Sachbearbeiter des städt. Hochbauamtes war Herr Federer. Die Stadtverwaltung rechnet jedoch in der Drucksache mit 333.000,- EUR je Gruppe bei der Umnutzung des Gebäudes 050 für die 3. KiTa! Auch die pauschal in Ansatz gebrachten Kosten für eine eventuelle Altlastenbereinigung in Höhe von 300.000,- EUR sind inzwischen eher unwahrscheinlich und scheinen nach unseren Recherchen bei Experten dieser Branche viel zu hoch angesetzt.
So kann davon ausgegangen werden, daß die Umnutzungsvariante - wenn gewünscht - finanziell wesentlich attraktiver wäre! Nach unserer Einschätzung kostet der Neubau gegenüber der Umnutzung ca. 350.000,- EUR pro Gruppe mehr. Insgesamt entstünden bei der Variante Neubau also rund 2 Mio. EUR Mehrkosten (ohne Berücksichtigung der anfallenden Abrisskosten in Höhe von ca. 380.000,- EUR bei Gebäude 050)!
- Der vom Forum Vauban und JuKS e.V. vorgeschlagene nördliche Tiefkeller (Raumhöhe ca. 6 m), ist nicht 800 qm groß, sondern nur 250 qm! Es wurde also auf Grundlage völlig unzutreffender Zahlen gerechnet! Die Fläche von 250 qm reicht als Bereich für lautere Aktivitäten gut aus. Die südliche Hälfte des Kellers mit niedrigerer Raumhöhe war nie für das Jugendzentrum geplant, da dort die gleichen baurechtlichen Probleme wie bei den Kellerräumen im Stadtteil-zentrum Haus 37 bestünden. Der ehemalige Kohlekeller war von vorne herein nicht für eine Weiternutzung vorgesehen.
- Falls der Tiefkeller nicht geeignet sein sollte, bleibt das Gebäude trotzdem für verschiedene Nutzungen sehr attraktiv.
- "JugendDenkMal" ist mit den in Haus 050 angedachten Jugendräumen und den bestehenden räumlichen Gegebenheiten nicht vergleichbar.
- Bei der Besichtigung wurde angesichts der vorhandenen Fensteröffnungen vom Keller zum Außenbereich die Frage gestellt, ob eine ggf. erforderliche Lüftungsanlage tatsächlich so hohe Investitionen, wie in der Drucksache dargestellt, erfordern würde. Nach unserer Einschätzung sind die Kosten für die Lüftungsanlage auf Grund der deutlich geringeren Fläche des Tiefkellers in der Drucksache viel zu hoch dargestellt. Außerdem reichen die Fensteröffnungen bis ca. 1,5 m über Oberkante Erdreich.
- Vergleichsweise wurden auch die Kosten für die ggf. notwendigen Notausgänge/Fluchtwege zu hoch angesetzt. Zwei Notausgänge sind im Tiefkeller bereits vorhanden.
Zu 2.2.2. Kinder- und Jugendarbeit
Hier gibt es mehreres richtigzustellen, dies wird von dem Träger der Kinder- und Jugendarbeit auf Vauban (JuKS e.V.) und der Quartiersarbeit Vauban gesondert erläutert werden. Die Entwicklung der Anzahl der Jugendlichen im Stadtteil und somit der Bedarf für ein Jugendzentrum wird vom Forum Vauban deutlich höher eingeschätzt als in der Drucksache angenommen.
2.3. / Gebäude 061, 062 und 053
Zu 2.3.1. Finanzielle Bewertung
- Das Angebot der Genossenschaft "Drei 5 Viertel Vauban" i. G. vom 01.07.2002 für den Kauf des Grundstücks mit einer Fläche von rund 8.000 qm lag bei ca. 2.125.000,- EUR. In einem Gespräch mit der Geschäftsstelle Vauban wurde die Fläche auf ca. 8.150 qm vergrößert. Das jetzt vorliegende Kaufpreisangebot der Stadtverwaltung für ein inzwischen auf 8.650 qm vergrößertes Grundstück beläuft sich nun auf 3.283.684,- EUR. Dies bedeutet für die Genossenschaft i.G. eine unvorhersehbare Erhöhung des Aufwandes um rund 1,15 Mio. EUR !
Zu 2.3.2. Zeitliche Umsetzung
- In der Drucksache wird dargestellt, daß die Fertigstellung der Erschließungs-arbeiten zum Jahresende 2003 vorgesehen sind. Die 3. KiTa, deren endgültiger Standort immernoch zwischen Mitgliedern der Gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Vauban und der Verwaltung diskutiert wird, soll bis 01.09.2003 eingerichtet sein. Um dies zu gewährleisten müsse zwingend schon frühzeitig feststehen ob die fünf Mannschaftsgebäude erhalten oder abgerissen werden. Nach näherer Überprüfung haben wir festgestellt, daß dieses Problem mit etwas gutem Willen ohne erhebliche Mehrkosten durch eine entsprechende Planung technisch und terminlich problemlos gelöst werden kann. Auch die Dimensionierung der Hauptleitungen im öffentlichen Bereich macht angesichts der im Bebauungsplan vorgesehenen Verdichtung gegenüber dem Erhalt der Gebäude mit der vorgesehenen späteren Nachverdichtung keinen wesentlichen Unterschied. Vor diesem Hintergrund erscheint uns der vorgegebene Zeitrahmen auf jeden Fall so dehnbar, daß eine Fristverlängerung bis Herbst 2003.
- Die Initiative "Drei5Viertel" müsse deshalb bis zum 31.01.2003 einen bankbestätigten Finanzierungsnachweis für die gesamte Finanzierung von 6,5 Mio. EUR (Grundstückskauf und Bauvorhaben) erbringen. Der Grundstücks-kaufvertrag sei bis zum 28.02.2003 notariell zu beurkunden, ansonsten sei das Projekt gescheitert und die Gebäude würden abgerissen.
- Für Baufinanzierung, Planung, Eigenheimförderung und Beantragung der Mittel aus dem sozialen Wohnungsbau ist der Zeitrahmen von 4 Monaten objektiv betrachtet nicht realistisch und schon aus bürokratischen Gegebenheiten offensichtlich nicht machbar. Um wenigstens die Möglichkeit einer Verlängerung bis zum 31.01.2003 zu bekommen, wurde die Initiative Drei5Viertel (und nicht das Forum Vauban !) quasi "angewiesen" die spontane schriftliche Zusage eines bankbestätigten Finanzierungsnachweises zu erbringen, da es laut dem Dezernat IV die einzige Chance für das Projekt war in der Drucksache G 02177 vier Monate anstatt 3 Monate Zeit zu bekommen.
Das Forum Vauban ist jedoch der Meinung, daß diese unter hohem Zeitdruck zustande gekommene und im Nachhinein aber als realistischerweise nicht erfüllbar eingeschätzte "Zusage", nicht das Aus für das Projekt der Genossenschaft "Drei5Viertel" i.G. bedeuten darf, wenn die Stadt Freiburg das Projekt wirklich wohlwollend unterstützen will. Schließlich profitiert die Entwicklungsmaßnahme durch das Projekt bzw. die eingesparten Abbruchkosten in Höhe von rund 1 Mio. Euro, ganz abgesehen von den sozialen und ökologischen Vorteilen.
Wir bitten Sie deshalb der Genossenschaft "Drei5Viertel" i.G. den realistischen und angemessenen Zeitrahmen für das Erbringen des bankbestätigten Finanzierungs-nachweises bis zum 31.08.2003 einzuräumen. Unter dieser Voraussetzung sind wir davon überzeugt, daß das sozial und ökologisch orientierte Wohnungsbau-Projekt gelingen wird und sich schon bald zu einem weiteren Erfolg in der Geschichte des neuen Stadtteils Vauban entwickeln wird.
Desweiteren bitten wir die Stadt Freiburg die Grundstücke der Gebäude 050 und 049 aus oben genannten Gründen mit den aufstehenden Gebäuden auszuschreiben, da so neben den ökologischen Vorteilen auch die Entwicklungsmaßnahme durch interessante neue Projekte und die ersparten Abrisskosten finanziell deutlich profitieren kann.
Über Ihre Unterstützung unserer Anliegen würden wir uns sehr freuen.
Mit freundlichen Grüßen, Freiburg, den 12.09.2002
Annette Brox
Bobby J. Glatz
Erich Lutz
für den Vorstand des Bürgervereins Forum Vauban
- Nachrichtlich an die Dezernate -
[ande 17.09.2002 11:16] |
ande Administrator 17.09.2002 |
An den Oberbürgermeister
Dr. Dieter Salomon und die
Mitglieder des Gemeinderates
Rathaus Freiburg
Betr.: Erhalt der fünf ehemaligen Mannschaftsgebäude auf Vauban
hier: Ergänzungs-Drucksache G 02177.1
Freiburg, den 16.9.2002
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon, sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte,
mit diesem Schreiben möchte der Bürgerverein Forum Vauban Stellung nehmen zu der von der Stadtverwaltung neu herausgegebenen Ergänzungs-Drucksache G 02177.1.
Bei der Lektüre der Ergänzungs-Drucksache G 02177.1 ist uns aufgefallen, daß die in der Drucksache G 02177 unzutreffenden Informationen, welche wir in der Gemeinderätlichen Arbeitsgruppe Vauban am 11.09.2002 vorgetragen haben in keinem Punkt richtiggestellt wurden! Deshalb verweisen wir hier auf unser Schreiben vom 12.09.2002 mit der freundlichen Bitte um Richtigstellung.
Unter den Punkten 1. und 2. der Ergänzungs-Drucksache G 02177.1 wird jeweils dick gedruckt darauf hingewiesen, daß mit dem Erhalt der Mannschaftsgebäude bis zum 31.08.2003 die Einrichtung der 3. Kindertageseinrichtung (3. KiTA) nicht machbar sei und deshalb die Genossenschaft "Drei5Viertel" i.G. einen bankbestätigten Finanzierungsnachweis schon bis zum 31.01.2003 erbringen müsse.
Die Begründung dieser Annahme stützt sich darauf, daß eine Erschließung der für die 3. KiTa in Frage kommenden Grundstücke unmittelbar abhängig sei von den Varianten Erhalt oder Abriß der Gebäude 061, 062 und 053.
Das Forum Vauban hat sich bei den zuständigen Stellen der Badenova über die Planung der Erschließung im 3. Bauabschnitt informiert. Dabei wurde deutlich, daß die Erschließung der 3. KiTa unabhängig - ob in Gebäude 050 oder ggf. in einem Neubau - von der Entscheidung über Erhalt/Abriss der drei Gebäude 061, 062 und 053 wie erforderlich bis zum 01.09.2003 gewährleistet werden kann.
Die Erschließung für die Neubauten auf den Flächen nördlich der Gebäude 061, 062 und 053 kann also wie bisher geplant durchgeführt werden. Die Hauptleitungsstränge für diesen Bereich des 3. Bauabschnittes sollen zukünftig unter der neu geplanten Lise-Meitner-Straße verlaufen. Dem stehen die vorhandenen Gebäude nicht im Wege.
Die Planung der Ver- und Entsorgung für die Grundstücke mit den bestehenden Mannschaftsgebäuden kann durch geringfügige Veränderungen auch noch nach dem 31.08.2003 an die Entscheidung Erhalt/Abriss der Gebäude 061, 062 und 053 angepasst werden. Selbst bei der Variante Abriss könnten die entstehenden neuen Grundstücke mit geringem Aufwand noch nachträglich an die Hauptleitungsstränge entsprechend den Erfordernissen einer Neubebauung angeschlossen werden.
Technisch ist dies laut Badenova alles problemlos möglich.
Das Forum Vauban bittet Sie diesen Sachverhalt bei den anstehenden Entscheidungen zu berücksichtigen und der Genossenschaft "Drei5Viertel" i.G. die Verlängerung der Fristen für das Erbringen des bankbestätigten Finanzierungsnachweises zum 31.08.2003 einzuräumen. So wäre es Dank Ihrer Mithilfe für die Genossenschaft i.G. möglich das sozial und ökologisch nachhaltige Wohnprojekt im Modellstadtteil Vauban zu realisieren.
Mit freundlichen Grüßen,
Freiburg, den 16.09.2002
Jörg Lange
Bobby J. Glatz
Erich Lutz
für den Vorstand des Bürgervereins Forum Vauban
- Nachrichtlich an die Dezernate -
[ande 17.09.2002 11:17] |
ande Administrator 17.09.2002 |
An den Oberbürgermeister
Dr. Dieter Salomon und
die Mitglieder des Gemeinderates
der Stadt Freiburg im Rathaus
Freiburg, 30.8.2002
Nachrichtlich an die Dezernate und die regionalen Medien
Betr.: Begründung des Bedarfs an einem Jugendzentrums für den Stadtteil Vauban und die Auflistung der Vorteile für die Nutzung des Gebäudes 050 zu diesem Zweck und für die Einrichtung der geplanten 3. Kindertagesstätte
Sehr geehrter Oberbürgermeister Dr. Dieter Salomon,
sehr geehrte Stadträtinnen und Stadträte!
Nach allen aktuellen Studien, zuletzt im Rahmen des Moderationsverfahrens "Zukunft Freiburg, Flächennutzungsplan 2010/2020", verliert Freiburg nach wie vor seine jüngsten Bürgerinnen und Bürger, die Kinder. Es ist deshalb gemeinsam erklärtes Ziel der Stadtpolitik dieser Entwicklung mit allen sinnvollen und machbaren Mitteln entgegen zu wirken. Wer Kinder will sollte auch an Jugendliche denken und rechtzeitig vorsorgen, damit die zuvor kleinen Kinder nicht plötzlich zu einem "Problem" werden.
Der junge Modellstadtteil Vauban ist prozentual wohl der kinderreichste Stadtteil Freiburgs, Tendenz steigend. Schon heute gibt es hier aber auch schon sehr viele Jugendliche. In zwei bis drei Jahren werden auf Vauban rund 5000 Menschen leben. Laut jüngsten Prognosen des städtischen Amtes für Statistik und Einwohnerwesen, werden davon ca. 2000 Kinder und Jugendliche zwischen 0 -18 Jahren sein!
Der BürgerInnenverein Forum Vauban, JuKS e.V., der Stadtteilzentrum Vauban 037 e.V. und alle an der Initiative "Take Five" beteiligten Gruppen und Personen sind deshalb von dem dringenden Bedarf an einem Jugendzentrum in geeigneter Lage und ausreichender Größe für das Vauban überzeugt. Das Gebäude 050 ist nach Einschätzung von Fachleuten (Sozialpädagogen, Architekten u.a.) und nach Meinung der Bewohnerschaft optimal für die Einrichtung eines Jugendzentrums geeignet.
Das Vorhandensein dieses Gebäudes ist ein städtebaulicher Glücksfall und bietet die große Chance frühzeitig einem vorhersehbaren und unmittelbar vor der Tür stehendem Problem konstruktiv zu begegnen. Es soll vermieden werden, daß es, wie auf Vauban im Bereich der Kalkukation der erforderlichen Anzahl der Plätze in Einrichtungen für die Kinderbetreuung und in der Grundschule bereits geschehen, durch vermeidbare Unterschätzungen im Vorfeld, in sehr naher Zukunft "plötzlich" zu Engpässen in der räumlichen Versorgung der Jugendlichen kommt.
Dabei ist stadtpolitisch zu berücksichtigen, daß mit Sicherheit auch die benachbarten Stadtteile auf verschiedene Weise von diesem neuen Jugendzentrum auf Vauban profitieren werden!
Wir bitten die Stadt Freiburg, diese Argumente bei den anstehenden Entscheidungen zur städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme Vauban zu berücksichtigen und die er-forderlichen Investitionen in die Jugend im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwick-lung mit bestem Gewissen zu tätigen.
Wir hoffen auf Ihre Unterstützung und verbleiben mit besten Wünschen.
Mit freundlichen Grüßen,
i.A. Bobby J. Glatz
Vorstand des Bürgervereins Forum Vauban e.V.
Anlage 1: Auflistung der Vorteile von Gebäude 050 für die Nutzung als
Jugendzentrum Vauban und für die 3. Kindertagesstätte
Anlage 2: Artikel in der BZ vom 12.08.2002: "Dem Vauban fehlt ein
Jugendzentrum"
Anlage 1
Einrichtung der geplanten 3. Kindertagesstätte und
Schaffung des erforderlichen Jugendzentrums im Stadtteil Vauban
Auflistung der Vorteile von Gebäude 050 für die oben genannten Nutzungen auf einen Blick
- Kindertagesstätte und Jugendzentrum können unter einem Dach realisiert werden, was finanziell eine sehr günstige Lösung wäre und auch konzeptionell gute Möglichkeiten bietet.
- Lage im Mischgebiet anstatt im Allgemeinen Wohngebiet.
- Lärmschutz durch günstige Randlage im Stadtteil, nahe der Bahn und der Wiesentalstraße.
- Größe bzw. vorhandene Nutzfläche und gegebene Grundrisse des Gebäudes 050: Die erforderlichen 6 KiTa-Gruppen kommen gut unter.
- Gebäude 050 bietet genug Freiflächen für den erforderlichen Spiel- und Aussen-bereich der KiTa und liegt an der räumlichen Verlängerung der 3. bzw. westlichst gelegenen Grünspange.
- Günstiges Verhältnis von Nutzfläche zu Grundstücksfläche (gute Flächenaus-nutzung).
- Guter und gepflegter baulicher Zustand, da vorher als Verwaltungsgebäude des Bundesamtes genutzt.
- vorhandener Tiefkeller (Raumhöhe ca. 5.00 m), für ein Jugendzentrum sehr wertvolle räumliche Geegbenheit, da optimal geeignet für lautere Aktivitäten wie z.B. Musikveranstaltungen, Tanzsaal u.ä.
- Abriss eines normalen Mannschaftsgebäudes kostet laut Baudezernat ca. 250.000,- EUR ! Und durch den vorhandenen großen Tiefkeller mit seinen dicken Stahlbetonwänden und -stützen, kostet der Abbruch sicherlich noch mehr.
- Eventuell vorhandene problematische Altlasten sind kein Grund zum Abriss, ganz im Gegenteil. Bei Abriss müssen diese auf jeden Fall mit größter Sorgfalt entsorgt werden! Bei Erhalt müssen diese jedoch evtl. nur teilweise versiegelt bzw. verkapselt werden.
- Der Neubau vergleichbarer Räumlichkeiten für ein Jugendzentrum wäre für die Stadt wohl nicht tragbar da zu teuer. Ausserdem stellt sich die Frage nach einem geeigneten Standort für den teuereren Neubau eines Jugendzentrum.
- Ökobilanz: Der Erhalt und die Weiternutzung des sehr gut intakten Gebäudes 050, mit seinen ca. 10.000 Kubikmeter umbauten Raum, ist ökologisch sinnvoll und entspricht den Empfehlungen des Bundes zum Thema "Bauen im Bestand" als Beitrag zur Nachhaltigkeit im Städtebau. Damit wird auch den Jugendlichen auf praktisch nachvollziehbare Weise verdeutlicht, daß nicht immer alles neu sein muß, sondern daß man mit Vorhandenem sehr wohl
- Falls eines Tages, vielleicht in ca. 15-20 Jahren (?), auf dem Vauban weder die 3. KiTa noch das Jugendzentrum benötigt werden sollten, dann kann das Gebäude entweder einer Anschlussnutzung zugeführt werden, vielleicht wird dann ja z.B. ein SeniorInnen-Zentrum erforderlich oder ein Dienstleistungs-zentrum o.ä., oder der Gemeinderat entscheidet sich dann, im Jahr 2022, für den Abriss...
- Schließlich ist es städtebaulich sogar denkbar, das zugehörige Grundstück von Gebäude 050 im nördlichen Bereich zu Gunsten eines neu zugeschnittenen Eckgrundstückes zu verkleinern und somit ein neues, kleines, aber interessantes Baugrundstück für einen weiteren "städtebaulichen Akzent" zu gewinnen (z.B. für den Neubau eines markanten "Turmgebäudes" o. ä.)
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