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Absender Thema: Quartiersarbeit vor dem AUs?
Petra Völzing
02.02.2003
Rettet die Quartiersarbeit! - Dieser Aufruf ging im Dezember durch's Quartier. Und nach wie vor ist er aktuell.
Dabei hatte alles so gut angefangen im vergangenen Jahr. Die Quartiersarbeit, die bisher aus der Entwicklungsmaßnahme finanziert wurde, sollte mit einem jährlichen Zuschuss von 60.000 Euro in den städtischen Haushalt aufgenommen werden. So hatte es der Gemeinderat im Sommer 2002 einstimmig beschlossen. Doch dann kam das Haushaltsloch der Stadt, und es kam die berühmte "Giftliste" der Stadtverwaltung. Der fiel auch die Quartiersarbeit zum Opfer. Der Zuschuss wurde gestrichen. Eine Weiterfinanzierung aus der Entwicklungsmaßnahme lehnt das Regierungspräsidium ab.
So scheint die Quartiersarbeit Vauban nun tatsächlich vor dem Aus zu stehen. Dennoch haben wir die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben: Noch kann der Gemeinderat etwas anderes beschließen, und noch können die BewohnerInnen von Vauban etwas dazu beitragen, dass die Quartiersarbeit zumindest in Teilen gerettet wird. Das Forum Vauban hat einen Spendenaufruf im Quartier gestartet unter dem Motto "Rettet die Quartiersarbeit!". Natürlich kann die Quartiersarbeit nicht allein mit Spenden am Leben gehalten werden. Aber: Wenn möglichst viele Menschen im Quartier spenden und damit zeigen, dass ihnen die Quartiersarbeit ein Anliegen ist, ist das ein Signal für die StadträtInnen, dass die BewohnerInnen auch selbst etwas für den Erhalt der Quartiersarbeit tun, und es könnte ihnen die Entscheidung erleichtern, für einen - wenn auch reduzierten - Zuschuss zu stimmen.
Denn eines ist klar: Ohne städtischen Zuschuss muss das Forum Vauban die beiden Quartiersarbeiterinnen entlassen. Die endgültige Entscheidung im Gemeinderat fällt erst Ende April, das Forum Vauban hat keinerlei finanzielles Polster, die Zeit bis dahin zu überbrücken.
Natürlich sehen auch wir die verheerende Finanzlage der Stadt und die Notwendigkeit zu sparen. Wir sind deshalb auch nicht der Meinung, dass der Zuschuss im ursprünglichen Umfang gewährt werden soll. Wenn überall gekürzt wird, sollen wir nicht ausgenommen werden. Aber die Quartiersarbeit ganz zu streichen, weil sie nicht schon immer aus dem städtischen Haushalt finanziert wurde, sondern eben aus der Entwicklungsmaßnahme? Eigentlich sind sich Stadtverwaltung und Gemeinderat ja einig, dass die Quartiersarbeit eine sinnvolle Investition ist. Mit vergleichsweise geringen Mitteln werden mit ihrer Hilfe soziale Netzwerke und stabile Nachbarschaftsstrukturen aufgebaut und gefestigt, Konflikte werden aufgegriffen und gemeinsam bearbeitet. Natürlich gibt es überdurchschnittlich viel BewohnerInnenengagement im Stadtteil, doch das Engagement braucht auch die professionelle Begleitung. Die vielen Aktivitäten im und für den Stadtteil sind allein mit freiwilliger Arbeit nicht aufrecht zu erhalten. Und eigentlich hat sich doch die Einsicht durchgesetzt, dass präventive Quartiersarbeit mittel- und langfristig billiger ist, als spätere Reaktion auf (soziale) Probleme.
So hoffen wir also noch, dass zumindest eine der beiden halben Stellen erhalten werden kann. Über 6700 Euro haben BewohnerInnen bisher gespendet. Herzlichen Dank an alle SpenderInnen! Auch die Freiburger Autogemeinschaft hat ihre Unterstützung zugesagt. Die Gelder sollen zum einen für die Weiterführung einer halben Stelle bis Ende April verwendet werden, zum anderen für die Unterstützung einiger Projekte der Quartiersarbeit (Kulturcafé, Stadtteilfest u.a.). Wir denken, diese Aufteilung ist im Sinne aller, die gespendet haben. Falls sich viele SpenderInnen gegen die von uns vorgeschlagene Verteilung der Gelder ausprechen sollten (in diesem Fall Rückmeldung an die Quartiersarbeit/ Tel. 45687133), wird es eine gemeinsame Diskussion mit den SpenderInnen geben.
Wenn noch mehr Geld zusammenkommt, kann die Stelle aufgestockt und weitere Projekte finanziert werden. Deshalb noch mal der Aufruf: Spendet für die Quartiersarbeit! Gebt damit ein Signal, wie wichtig ihr Erhalt für den Stadtteil ist.
Annette Brox
 
07.02.2012, 12:19 - (0.006s) Spammerfutter Creative Commons-Lizenzvertrag Dieser Inhalt ist unter einer
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