Forum-Hauptseite | 1895 Beiträge, 1024 Benutzer,
435 Termine | Statistik
| FAQ
Wählen Sie aus diesen Kategorien:
| Forum: Pressespiegel,
moderiert von: ande, wagnerha |
| |
Hier kommen alle Pressemeldungen übers Vauban rein, seien sie aus der BZ oder woanders her...
Mit freundlicher Genehmigung der BZ für ihre angestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und mit freundlicher Genehmigung einzelner freier Redakteure.
Wer hier einen Artikel zu Unrecht archiviert sieht, möge sich bitte melden, dann nehme ich ihn raus. Wir sind erwachsene Menschen und brauchen keine Abmahnungen. |
|
| |
|
|
| |
In dieses Forum können nur Moderatoren und Administratoren schreiben. |
|
|
|
|
| Absender |
Thema: BZ: Neuer Geist für das Haus 50 |
ande Administrator 16.11.2004 |
Badische Zeitung vom Samstag, 9. Oktober 2004
Neuer Geist für das Haus 50
Das etwas andere Dienstleistungszentrum Diva stellt sich heute im Stadtteil Vauban vor
Von unserem Mitarbeiter Wolfgang Gruner
VAUBAN. Nach schwierigen Verhandlungen mit der Stadtverwaltung hat die Interessengemeinschaft Dienstleistungs-, Kunst- und Handwerkshaus Vauban (Diva) vor zehn Monaten das Haus 50 in der Lise-Meitner-Straße für rund 1,1 Millionen Euro erworben. Heute ab 15 Uhr präsentiert sich das Hausprojekt mit Jazz und orientalischem Büfett der Öffentlichkeit.
Das Programm ist so bunt wie die Zusammensetzung der rund 50 gewerblichen Mieter im Diva-Haus. Außer Architekten, Ingenieuren, Grafik- und Webdesignern beherbergt das ehemalige Kasernengebäude inzwischen auch eine Tanz-, eine Gesangs- und eine Computerschule sowie ein Tattoo-Studio. Kunsthandwerker arbeiten mit Filz und Ton. In Werkstätten werden Gitarren, elektronische Steuerungen und Ultraleichtflugzeuge hergestellt. Koch- und Keramikkurse können besucht werden. Das therapeutische Angebot reicht von Psychoanalyse bis Alexander-Technik. Eine Wohlfühloase für Frauen, Naturkosmetik und ayurvedische Massage decken den Wellness-Bereich ab. Vom Obergeschoss aus werden Astrologie-Software und haltbare Biowaren vertrieben, und unterm Dach schreiben freiberufliche Journalisten und Buchautoren.
"Das Nebeneinander ist das Spannende", meint Bobby Glatz, Mitinitiator von Diva. Schon jetzt sei das Gebäude zu 90 Prozent ausgelastet. Nur sechs Räume à 30 bis 35 Quadratmetern sind noch zu vermieten. Damit gehe, so Glatz, die Kalkulation bereits auf. Dass sich das Diva-Konzept tatsächlich als tragfähig erweist, sei vor allem der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS) zu verdanken. Nachdem der Gemeinderat das Kasernengelände kurzerhand vom reinen Gewerbegebiet zum Mischgebiet, in dem auch Wohnen möglich wäre, erklärt und damit den Verkaufspreis von 180 auf 400 Euro pro Quadratmeter angehoben hatte, gab die GLS eine unwiderrufliche Kreditzusage, obwohl erst 60 Prozent der Nutzräume vermietet waren.
Betreiber mussten Abstriche machen
Die Hoffnung der Initiatoren, dass die Stadtverwaltung die halbe Million Euro, die der Abriss der Kaserne gekostet hätte, vom Kaufbetrag abzieht, wurde enttäuscht. Zusätzliche Kosten von 90 000 Euro entstanden für die Neuerschließung des Gebäudes, nachdem die Stadt durch den Abriss der anderen Kasernen Abwasser und Strom gekappt hatte. Insgesamt 165 000 Euro kostete die Instandsetzung.
So mussten die Betreiber Abstriche machen. Vorhaben wie Wärmedämmung und Erneuerung der Fassade wurden zurückgestellt. Die Gestaltung des Außengeländes ist vorerst auf Eis gelegt. Auch konnten die Räume nicht so günstig wie geplant vermietet werden. Statt fünf sind es nun sieben Euro Kaltmiete pro Quadratmeter. "Ein normaler Investor hätte das nicht gemacht", so Glatz. "Liebhaberei ist schon dabei gewesen." Nächste Woche bekommt das Gebäude eine neue Heizungsanlage.
Auch bei den Kunden setzt das Dienstleistungszentrum auf die unmittelbare Umgebung. Sollte es gelingen, noch neue Kommanditisten zu werben, könnten weitere Möglichkeiten im Haus 050 genutzt werden. Der Dachspitz ist ausbaufähig, und der 250 Quadratmetern große Kellerraum würde verfügbar, wenn die alte Heizungsanlage entsorgt wäre. 16 Kommanditisten sind es bisher. Die Hälfte davon sind auch Mieter.
Gelegenheit zur Besichtigung bietet die Hausführung heute um 18 Uhr. Außer den ansprechenden hohen Räumen mit Parkettfußböden kann hier die weniger freundliche Geschichte des Gebäudes erkundet werden. An die Zeit, als der Komplex noch vom Bundesamt für Asyl genutzt wurde, erinnern zwei gekachelte Räume, die als Verhörraum und Abschiebehaftzelle für Flüchtlinge gedient hatten. Die Initiatoren wollen das nicht vertuschen - im Gegenteil. Glatz ist stolz auf den Wandel im Haus 50: "Hier ist ein neuer Geist eingezogen."
Quelle: http://www.badische-zeitung.de |
|