Der Forum Vauban e.V.

Der "Bürgerverein" Forum Vauban (als gemeinnützig eingetragener Verein) hat eine recht lange Vorgeschichte:

Freiburg geniesst schon lange einen guten Ruf als "Ökohauptstadt" der Republik. Das kommt nicht vor ungefähr, und ironischerweise verdanken wir Freiburgs Ruf der Atomkraft: Vor über 40 Jahren wollte die Bundesregierung im Kaiserstuhl, also ganz in der Nähe am Rhein ein Atomkraftwerk bauen. Anders als anderswo gab es jedoch starken Protest: Vor allem die Weinbauern fürchteten um ihren Profit, sollten die Kühltürme ständig "Wolken erzeugen".

Auch wenn dieses Argument nicht sticht, zum ersten Mal machten sich Weinbauern und Studenten daran, sich zu informieren über die wahren Chancen und Risiken der Atomkraft. Das Resultat: Ein noch viel größerer Protest, das AKW in Wyhl wurde abgewendet. Bis heute ist z.B. die Frage, wohin mit dem Müll auf der ganzen Welt ungelöst.

Nai hämmer gsait!

(Das Plakat dieser Bewegung wurde von Hubert Hoffmann entworfen, der heute auch im Stadtteil Vauban lebt und bei der Genova arbeitet)

nai-haemmer-gsait

Das Öko-Institut wurde bald gegründet und versorgt uns seither mit Informationen und Hintergründen von unschätzbarem Wert. Spätestens nach der Reaktorkatastrophe von Černobyl (alte Transliteration "Tschernobyl") war es einer Mehrheit in Deutschland klar, dass die Atomkraftnutzung eine Sackgasse ist (100 gute Gründe stehen im Link). Die Stadtverwaltung entschied sich mit ihrer rot-grünen Mehrheit im Gemeinderat sich auf den Weg des Ausstiegs zu machen. Aber: Wer kritisiert, sollte es besser machen!

Und so enstand nicht nur das Klimaschutzkonzept der Stadtverwaltung, sondern viele Initiativen und Vereine wie z.B. das Energiewendekomitee, der fesa e.V. - die Solarfabrik nach ihren Sitz in Freiburg und nicht zuletzt expandierte das Fraunhofer-Institut Solares Energiesysteme ganz massiv.

Nach dem Fall der Berliner Mauer gab es eine Wohnungsnotsituation für Studierende - bald war das SUSI-Projekt gegründet. Und viele Menschen dachten damals: Wenn es sogar Studenten ohne Geld schaffen, ein aus ca. 20 Punkten bestehendes Energiekonzept zu realisieren, dann muss auch eine neuer "Öko-Modellstadtteil" (daswar der Arbeitstitel) möglich sein. Wo, wenn nicht in Freiburg?

Eines Tages (etwa in 1992) trafen sich also der Architekturstudent André Heuss (dem das Architekturstudium ein wenig langweilte), der damaligen Geschäftsführer des Carsharing Freiburg Matthias-Martin Lübke (der schon gute Erfahrungen aus anderen Projekten mitbrachte) und andere zu mehreren Treffen: "Ein Ökostadtteil muss her" - das war klar sobald sich rumsprach, dass die französischen Streitkräfte uns bald verlassen werden.

Einige der Initiatoren hatten sich vorher schon im größeren neuen Stadtteil, dem Rieselfeld, engagiert, - mussten aber die Erfahrung machen dass fast alle guten ideen aus der Bürgerschaft verwässert, abgebogen oder rundweg abgelehnt wurden - nicht immer mit Begründung.

Es war klar, diesmal "müssen wir besser sein als die Stadt". Was hiess das?

Professionalisierung

Es war klar, dass der in 1994 gegründete Verein "Forum Vauban e.V." schneller und dynamischer sein muss als die Stadtverwaltung. Oft konnte der Forum Vauban vor versammeltem Stadtrat deutlich machen, dass er nicht nur stark motiviert ist, sondern oft auch die besseren Informationen hatte (zum Beispiel über den Zustand der alten Kasernengebäude) und machmal die bessrene Argumente.

Demokratische Legitimation

Die demokratische Legitimation war wichtig: Nur über einen eingetragenen Verein kann Transparenz und demokratische Entscheidungen gegenüber den Ämtern und der Stadt nachgewiesen werden.

Öffentlichkeit

Der Forum Vauban sah sich immer auch als Werbeträger für einen neuen Stadtteil - obwohl noch nicht klar sein konnte wie es eines Tages aussehen wird. Zu Klärung wichtiger 

Finanzierung

Zwar akzeptierte die Stadtverwaltung den Forum Vauban e.V. als Partner und Repräsentant der organisierten Bürgerbeteiligung und stattete ihn mit finanziellen Mitteln in Form einer halben Stelle aus. Das war schon ein Anfang - es wurde aber bald klar dass wir viel mehr Aufwand treiben müssen und nicht alles kann auf dem Rücken von Ehrenamtlichen ausgetragen werden. Der Forum Vauban wollte zudem finanziell unabhängig von der Stadtverwaltung sein, um nicht bei jeder kritischen Meinung Angst haben zu müssen, die Stadt könnte den Geldhahn zudrehen.

Also wurden viele Projektanträge auf Förderung durch die Bundes-Umweltstiftung und die EU gestellt - von denen etwa vier bewilligt wurden! Die Freude war groß und jetzt konnte endlich professionell gearbeitet, sprich: geforscht werden: Was ist der Stand der Technik bei einem neuen Stadtteil? Was könnte man machen, was rechnet sich, was wäre wünschenswert?

Folgende Förderanträge wurden positiv beschieden und konnten durchgeführt werden:

 

Nachhaltige Stadtentwicklung beginnt im Quartier

Ein wesentlicher Teil der Arbeit war das Herausgeben eines Buches mit dem Titel "Nachhaltige Stadtentwicklung beginnt im Quartier" - auf 400 Seiten stellte der Forum zusammen, was technisch möglich ist, und verwies auf Erfahrungen in anderen Projekten.

Internetseiten des Forum Vauban e.V.

Einige der folgenden Texte entstammen der Webseite des Forum Vauban, die aus Mangel an Aktualität in vielen bereichen aufgegeben wurde. Die Domain www-forum-vauban.de verweist auf diesen (und folgende) Artikel, die Information bleibt also weiterhin für die Öffentlichkeit erhalten.

 

 

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